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Kardinal Lehmann will interreligiöse Gespräche mit dem Islam fördern

Bischof in Bochum

In einer multireligiösen Region wie dem Ruhrgebiet ist er für das friedliche Zusammenleben unverzichtbar: der interreligiöse Dialog. Über das Verhältnis zwischen dem Christentum und dem Islam sprach am Mittwoch, 13. November, Karl Kardinal Lehmann an der Ruhr-Universität.

BOCHUM

von Von Benjamin Hahn

, 14.11.2013
Kardinal Lehmann will interreligiöse Gespräche mit dem Islam fördern

Für die aktuelle Vorlesungsreihe zum interreligiösen Dialog zwischen Christentum und Islam lud das Kontaktstudium der Katholisch-Theologischen Fakultät den Mainzer Bischof Karl Kardinal Meisner zu einem Vortrag ein.

Das Gespräch mit anderen Religionen ist für die katholische Kirche keine neue Entwicklung, wie der Kardinal und Bischof von Mainz vor den rund 250 Zuhörern im Veranstaltungszentrum der Uni betonte: „Der interreligiöse Dialog hat eine lange Geschichte und wurde bereits auf dem zweiten vatikanischen Konzil begonnen.“ Nachdem zunächst vor allem das Verhältnis des Christentums zum Judentum im Mittelpunkt der interreligiösen Beschäftigung stand, fällt das Hauptaugenmerk nun zusehends auf den Islam.

Eine richtige Entwicklung, wie Kardinal Lehmann findet: „Die Koranforschung zeigt Wege, den Koran als Text der Spätantike zu lesen.“ Dadurch erscheine die Schrift auf einmal nicht mehr fremd, sondern zeige eine Nähe zum Christentum und dem Judentum: „Der Koran ist Teil des historischen Erbes Europas und des Nahen Ostens“, so der Kardinal. Doch trotz der jahrzehntelangen Erfahrung scheint der Dialog derzeit zu stagnieren, wie es scheint. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Kardinal in seinem Vortrag erneut Rahmenbedingungen für die Beschäftigung mit anderen Religionen definierte: „Dialog ist nur möglich, wenn man sich mit Respekt begegnet.“

Dazu gehöre auch der Respekt vor den Gläubigen: „Die missionarische Sendung darf die Freiheit des Menschen nach seiner Suche nach der richtigen Religion nicht beschränken“, sagt Lehmann, für den die Verhinderung von religiös begründeter Gewalt ein „vordringliches Thema“ ist. Trotz der Vielfalt an religiösen Angeboten in der modernen Gesellschaft, sollte der Dialog erst einmal als Gespräch zwischen jeweils zwei Religionen gestaltet werden. „Die Erfahrungen des ökumenischen Dialogs haben uns gezeigt, dass bilaterale Gespräche anfangs besser sind als multilaterale“, so der Kardinal. Dabei dürfe jedoch das Thema der unterschiedlichen Vorstellungen von Gott, Erlösung und dem „Sinn des Lebens“ nicht ausgeklammert werden: „Nur ein politisch-gesellschaftlicher Dialog wäre schädlich.“