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Karlsruhes Maik Franz: Kapitän mit Rüpel-Rolle

Karlsruhe (dpa) Maik Franz polarisiert zweifelsohne mehr als die meisten seiner Berufskollegen in der Fußball-Bundesliga. Manche Gegenspieler sehen in dem Verteidiger des Karlsruher SC den Inbegriff für sportliche Unfairness.

Karlsruhes Maik Franz: Kapitän mit Rüpel-Rolle

Karlsruhes Maik Franz (r) setzt sich voll ein.

Für seine Fans ist der neue KSC-Kapitän dagegen ein Sinnbild für Kampfgeist und Einsatz. «Das ist eben im Fußball so, jeder rutscht in irgendeine Schublade. Ich bin nun eben in der Rüpel-Schublade, ich hab damit ja auch gar kein Problem», sagt Franz, den Stuttgarts Stürmer Mario Gomez wegen seiner aggressiven Spielweise in der vergangenen Saison sogar mit einer nicht stubenreinen Beschimpfung bedacht hatte.

Außerhalb des Platzes engagiert sich der 27-jährige Merseburger für soziale Projekte. Für jede gelbe Karte überweist er seit Saisonbeginn 500 Euro an einen Verein, der schwer kranken Kindern Herzenswünsche erfüllt. «Die 'Kinderträume' in Berlin werden dadurch so oft erwähnt und das ist gut so. Letztendlich geht es doch um die Kinder, und es sollen noch ein paar mehr Euro zusammenkommen», sagt Franz, dessen Ruf als Fußball-Raubein eigentlich im Widerspruch zur Statistik steht: Der Abwehrmann musste in den vergangenen zwölf Monaten weit mehr Fouls wegstecken als er selbst begangen hat.

Bereits zu seinen Zeiten beim VfL Wolfsburg hatte Franz Trikots von Bundesligakollegen gesammelt, die bei einer Versteigerung 700 000 Euro für die Schulausbildung kolumbianischer Kinder einbrachten. In Karlsruhe ist er gemeinsam mit Mario Eggimann Pate der dortigen Kinderkrebsstation. «Ich glaube, wenn man etwas gibt, bekommt man auch immer etwas zurück», sagt Franz.

Nicht zuletzt wegen derartiger Aktivitäten geht Franz' Verhältnis zu den Karlsruher Fans weit über das im Profi-Fußball übliche Maß hinaus. Dass diese ihn längst als einen der ihren akzeptiert haben, lässt ihn zuweilen eine Gänsehaut bekommen. «Für mich ist das keine Show. Ich war selber Fan und bin es immer noch», betont er und erinnert sich an ein Schlüsselerlebnis: «Als ich ein kleiner Junge war, wollten wir mal von einem Proficlub Autogramme oder ein Trikot. Die haben einfach die Tür und das Fenster zugemacht. Gibt's nicht, basta. Da habe ich mir geschworen, so möchte ich nicht sein, wenn ich es mal schaffen sollte.»

Auch auf dem Platz will Franz sich nicht ändern. «In erster Linie gehen die Leute ins Stadion, weil sie schönen Fußball sehen wollen. Dafür haben sie einen Ribéry, einen Diego, einen Da Silva. Aber dann wollen sie doch auch Emotionen sehen. Und das bekommen sie von einem van Bommel, einem Jarolim oder einem Maik Franz», sagt Franz und fügt hinzu: «Komischerweise sind ausgerechnet drei der am meisten gehassten Spieler der letzten Saison auf einmal Kapitän geworden.»

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