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Kassiererin bedroht, Bier umsonst

Gericht

BOCHUM Die Anklage war eindeutig. Mit einem Drohszenario sollte es ein Bochumer (50) geschafft haben, sich sein Bier für lau zu beschaffen.

von Tom Eder

, 03.08.2010

Er habe die Kassiererin eines Lebensmittelgeschäfts an der Markstraße, eine ängstliche und psychisch instabile Person, dermaßen bedroht, dass sie Bier im Wert von insgesamt 2000 Euro ohne Bezahlung durchwinkte, so die Staatsanwaltschaft. Doch von der Anklage blieb gestern vor dem Bochumer Landgericht nicht mehr viel übrig. Das Gericht stellte das Verfahren gegen eine Geldbuße von 100 Euro ein. Die Aussage der Verkäuferin (23) ließ dem Gericht kaum eine andere Wahl. Von Bedrohung war keine Rede mehr. Angst hatte sie, aber vor allem vor ihrem Chef. „Ich hatte Angst, dass es rauskommt, und dass ich meine Ausbildung verliere“, sagte die Frau. Mehrfach schon hatte sie dem Mann, der in dem Geschäft Hausverbot hatte, eine Flasche Bier gegeben, die er auch sofort bezahlte. Dann wurde auch schon mal später gezahlt und schließlich oft genug gar nicht.

Allerdings, so die Kassiererin, sei es dann vor allem ein Kollege des Angeklagten gewesen, der das Bier schließlich kistenweise aus dem Laden schleppte. Die Männer trafen sich immer vor dem Geschäft und frönten dem Alkohol. Warum sie das Geld nicht einforderte, konnte die Kassiererin nicht wirklich erklären. Im Januar 2010 flog die Sache auf, und der Geschäftsinhaber errechnete einen Schaden von insgesamt 2000 Euro. Das Geld musste die Frau bezahlen. Von dem Angeklagten wird sie wohl nichts zurück erhalten. Der frönt derweil weiter dem Biergenuss, was gestern deutlich zu riechen war.