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Katastrophenalarm im Rheinland - Ruhrgebiet verschont

Unwetter wüteten in der Nacht über NRW

Starke Gewitter haben in der Nacht zu Sonntag wieder über NRW gewütet. Blitze ließen den Himmel taghell werden, im Rheinland ertranken ganze Ortschaften förmlich im Starkregen. In Leichlingen herrschte Katastrophenalarm.

NRW

, 10.06.2018
Katastrophenalarm im Rheinland - Ruhrgebiet verschont

In Langenfeld im Rheinland versanken Autos in den Fluten. © Patrick Schüller

Das Gewitter erreichte das Rheinland und das Ruhrgebiet in der Nacht. Hunderte Blitze ließen den Himmel teilweise taghell werden. In Dortmund schlug gegen 2:40 Uhr ein Blitz in ein Bürogebäude Ecke Hansastraße/Kuhstraße in der Innenstadt ein. Glücklicherweise entwickelte sich kein Brand, jedoch entstand auf einer Etage durch verschmorte Kabel ein größerer Technikschaden. In Essen-Kupferdreh lief das Wasser in ein Schulzentrum, laut Onlineportal Der Westen stand das Wasser dort zwischenzeitlich mehr als einen Meter hoch. Grundsätzlich blieb es im Ruhrgebiet aber verhältnismäßig ruhig.

Dagegen traf es das Rheinland mit voller Wucht. Besonders getroffen war die Stadt Leichlingen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Um 1 Uhr in der Nacht wurde mit Sirenen Katastrophenalarm ausgelöst. Noch am frühen Morgen gab es 150 offene Einsätze. „Derzeit sind Einsatzkräfte aus Köln, Bergisch Gladbach, Rösrath, Kürten und Wermelskirchen zur Unterstützung im Stadtgebiet. Weiter werden wir von der Fachgruppe Information und Kommunikation, dem Führungsunterstützungsstab, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk unterstützt“, so die Feuerwehr.

Im Siegtal gab es einen Erdrutsch, berichtet der Express. In Langenfeld und Monheim gingen bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Straßenzüge wurden überflutet, Autos blieben stecken. Straßen glichen Flüssen, das Wasser drang nicht nur in die Keller, sondern auch in die Flure und Erdgeschosse vieler Häuser.

15 Flugzeuge, die in der Nacht am Flughafen Köln/Bonn landen sollten, wurden umgeleitet.

Bereits am Samstagabend hatten heftige Frühlingsgewitter auch in anderen Teilen Deutschlands getobt. Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Blitzeinschläge hielten die Retter stundenlang in Atem. Es gab auch Verletzte. Wie hoch der Schaden ist, ließ sich noch nicht schätzen. In Rheinland-Pfalz traf es den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Mehr als 900 Rettungskräfte kämpften hier stundenlang gegen das Unwetter, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Das Telefonnetz fiel in manchen Orten aus, auch der Bahnverkehr war betroffen. In allen Flüssen des Eifelkreises drohe Hochwasser.

Auch in Mainz und dem Umland lösten Starkregen und Sturmböen einen Großeinsatz aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Bis Mitternacht gingen 150 Notrufe ein. Etliche Keller standen unter Wasser, Blitze schlugen ein. Ein Dachstuhl ging in Flammen auf. Besonders betroffen war der Bereich Bingen.

Mit Blitz und Donner zog ein heftiges Gewitter über Schweinfurt. Bäume stürzten um, Straßen standen unter Wasser, Keller wurden geflutet, wie das Rote Kreuz mitteilte. Zwei Menschen wurden bei dem Unwetter leicht verletzt. Hier verbuchten die Rettungskräfte am Samstagabend mehr als 230 Einsätze.

Ein Gewitter mit Starkregen tobte über Heilbronn. „Wir haben mehr als 450 Rettungseinsätze gezählt“, sagte ein Sprecher der Polizei. Viele Straßen waren unpassierbar. „Auch einige Firmen und Betriebe meldeten Land unter“, sagte der Sprecher.

Die Gewitter verwüsteten auch Städte in Sachsen. So gab es beispielsweise auch in Gehringsheide innerhalb von zwei Stunden 70 Liter Regen pro Quadratmeter. In Thüringen flutete das Unwetter die Innenstadt von Meiningen. Auch Bäume knickten um. Die Feuerwehr rückte wegen zahlreicher voll gelaufener Keller aus.

Katastrophenalarm im Rheinland - Ruhrgebiet verschont

Braune Wassermassen wälzen sich nach heftigen Regenfällen durch Gehringswalde in Sachsen. © dpa

Katastrophenalarm im Rheinland - Ruhrgebiet verschont

Markneukirchen, Thüringen: Auch hier gab es bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter. © dpa

In der Nacht zum Sonntag kehrte dann wieder Ruhe ein - die Unwetter zogen weiter. Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnungen am frühen Morgen wieder auf. Doch im Lauf des Sonntags drohen schon wieder neue Gewitter - mancherorts sogar mit Hagel.

Weniger Unwetter in den nächsten Tagen

Die Unwettergefahr soll laut DWD in der neuen Woche abnehmen. „Am Montag kommt eine Kaltfront von Nordwesten und verlagert sich langsam bis zur Wochenmitte nach Südosten“, sagte Leyser. Ab Mittwoch werde es in ganz Deutschland ruhiger und kühler - mit Temperaturen vielerorts um die 20 Grad oder knapp darüber. Die Temperaturen könnten sich aber wieder erholen. „Ob die Hitze zurückkehrt, kann man derzeit noch nicht sagen“, meinte Leyser.

Mit dpa