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Katholikentag: Signal für mehr Frieden in der Welt aussenden

Münster. Krise im Nahen Osten, US-Kündigung des Atomdeals mit dem Iran - die Welt erscheint unsicherer denn je. Die Veranstalter des Katholikentags in Münster formulieren ein politisches Ziel.

Katholikentag: Signal für mehr Frieden in der Welt aussenden

Blick auf den Dom zu Münster. Foto: Rolf Vennenbernd

Mit einem Appell für mehr Frieden und Toleranz in der Welt haben die Veranstalter des 101. Katholikentags Zehntausende Besucher auf die fünftägige Veranstaltung in Münster eingestimmt. Das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland wolle ein klares Signal gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit und für die Bereitschaft der Christen für Verantwortungsbereitschaft und Solidarität aussenden, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, am Mittwoch.

Das Katholikentagsmotto „Suche Frieden“ sei angesichts der aktuellen Krisen aktueller denn je. Münsters Bischof Felix Genn sagte, vom Katholikentag müsse ein „nachhaltiges, auch politisches Signal“ ausgehen. „Wir dürfen den Katholikentag nicht als harmonisches Familientreffen missverstehen, es geht auch um den Diskurs.“

Genn bezeichnete den jüngsten Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran als „verheerendes Signal“. US-Präsident Donald Trump setze seine „unberechenbare Außenpolitik“ fort, obwohl „wir gerade auch von weltpolitisch Verantwortlichen Rationalität brauchen“. Sternberg sagte, er sei „sehr betroffen“, dass Trump in diesem „extrem heiklen Feld eine solche Entscheidung getroffen“ habe.

Der Katholikentag sollte am Mittwochabend im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offiziell eröffnet werden. Im Vorfeld hatten sich rund 50 000 Besucher eine Dauerkarte gesichert, zudem werden bis Sonntag rund 20 000 Tagesgäste erwartet.

Sternberg sagte, seit dem Katholikentag 1990 in Berlin kurz nach dem Mauerfall habe die Veranstaltung nicht mehr so viele Menschen angezogen wie jetzt in Münster. Das liege auch daran, dass es im Bistum Münster „nach wie vor einen wirklich verankerten Katholizismus“ gebe. Insgesamt sind mehr als 1000 Veranstaltungen angesetzt: Diskussionsforen, Kulturangebote und Gottesdienste.

Die Großveranstaltung steht im Zeichen mehrerer kirchlicher und politischer Auseinandersetzungen. Die mögliche Segnung homosexueller Paare unter dem Dach der katholischen Kirche, der Beschluss des bayerischen Kabinetts zu Kreuzen in Behördengebäuden und die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der katholischen Kommunion im Einzelfall sorgen für Zerwürfnisse.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief die katholische Kirche in der Kommunionsfrage zu mehr Offenheit auf. „Dass Protestanten mit der Kommunion etwas anderes verbinden als Katholiken, unterscheidet uns, aber trotzdem sind wir letztlich eine Christengemeinde, der beide Ehepartner durch das Sakrament der Taufe angehören“, sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe die Hoffnung, dass man sich da annähert.“

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Februar entschieden, dass Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen im Einzelfall gemeinsam an katholischen Eucharistiefeiern teilnehmen dürfen. Dann kam es jedoch zum Bruch: Sieben Bischöfe wandten sich offen gegen die Entscheidung. Sternberg wertete den jüngsten Appell, eine gemeinsame Lösung zu finden, als „klares Signal zur Stärkung der Bischofskonferenz“. Auf den innerkirchlichen Zwist angesprochen sagte er: „Eine Kirche, in der es nicht auch gelegentlich rumpelt und man streitet, wäre auch keine Kirche, die ich mir vorstellen kann.“

Die Einladung eines AfD-Vertreters zur Teilnahme an einer Diskussion über die Haltung der Bundestagsfraktionen zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft am Samstag verteidigte Sternberg. Eine Ausladung „böte der Partei nur die Chance, sich als Märtyrer zu inszenieren“.

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