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Kaum Chancen für Dresdner Welterbe

Dresden (dpa) Der Präsident des Internationalen Denkmalrates, Michael Petzet, sieht kaum noch Chancen für den Erhalt des UNESCO-Welterbetitels für das Elbtal bei Dresden.

Kaum Chancen für Dresdner Welterbe

Gegner der Dresdner Waldschlößchenbrücke demonstrieren vor dem Bauplatz am Elbufer.

«Ich bin pessimistisch. Der Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke ist nicht gestoppt worden», sagte er bei einer Besichtigung der Brücken- Baustelle in Dresden. «Die Entscheidung des Welterbekomitees ist völlig eindeutig: Wird die Brücke so gebaut, wird Dresden gestrichen.» Er glaube nicht, dass das Komitee seine Meinung noch einmal ändern könne. Petzet warf der Landesregierung wegen ihrer kompromisslosen Haltung «Sturheit» vor.

An der 160 Millionen Euro teuren Waldschlößchenbrücke wird seit November 2007 gebaut, nachdem die Dresdner 2005 in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit dafür gestimmt hatten. Der rund 20 Kilometer lange Abschnitt im Elbtal bei Dresden ist seit 2004 Weltkulturerbe, steht aber wegen des Brückenbaus seit 2006 auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten. Die UNESCO will dem Elbtal den Welterbe-Titel definitiv aberkennen, wenn der Bau weitergeht. Das hatte das Welterbe-Komitee der UNESCO auf seiner Tagung Anfang Juli im kanadischen Québec klar gemacht. Dresden darf noch ein Jahr auf der Roten Listen der bedrohten Welterbe-Stätten bleiben. Ein Elb-Tunnel wird als Kompromiss gesehen.

Die neue Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte bei ihrem Amtsantritt Anfang August aber angekündigt, dass der Bau der Brücke zügig fortgesetzt werden solle. Sie hält die umgeplante Waldschlößchenbrücke mit dem Welterbestatus des Dresdner Elbtals für vereinbar. Der UNESCO schlug sie vor, über die Aberkennung des Welterbe-Titels erst nach Begutachtung der fertiggestellten Brücke zu entscheiden.

Das sei «ein Witz», sagte Petzet. «So geht es nicht.» Es müsse ein ernsthaftes Angebot an die UNESCO geben. Die Umplanung der Brücke sei eine reine kosmetische Bearbeitung gewesen. «Die Alternative ist nur der Tunnel.» Zu der verfahrenen Situation sei es gekommen, weil Landesregierung und Stadtverwaltung nie auf Kompromisse eingegangen seien.

Vor dem Verwaltungsgericht Dresden ist noch eine Entscheidung über etwa 100 Beweisanträge von drei Naturschutzverbänden anhängig. In dem Verfahren geht es um die Frage, ob der Planfeststellungsbeschluss von 2004 für die Brücke rechtens ist. Die Naturschutzverbände sehen unter anderem eine Fledermausart und andere in den Elbauen beheimatete Tiere gefährdet.

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