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Kein Frieden in Sicht: Hannover bleibt ein zerrissener Club

Hannover. Es geht weiter turbulent zu bei Hannover 96. Die Mitglieder des Muttervereins verweigern Präsident Martin Kind die Entlastung. Doch den kümmert das wenig. Für Kind zählt nur die Mehrheitsübernahme an der ausgegliederten Profiabteilung.

Kein Frieden in Sicht: Hannover bleibt ein zerrissener Club

Auf der Mitgliederversammlung von Hannover 96 ging es kontrovers zu. Foto: Peter Steffen

Hannover 96 bleibt ein zutiefst zerrissener Club. Auch auf der Mitgliederversammlung des Muttervereins gab es keine Annäherung zwischen den Gegnern von 96-Boss Martin Kind und dem Präsidenten. Ganz im Gegenteil.

Als die hitzige und zum Teil unwürdige Veranstaltung um kurz vor Mitternacht nach mehr als fünf Stunden voller Vorwürfe und Anfeindungen beendet wurde, waren die Gräben zwischen den beiden Lagern noch tiefer als zuvor. Wie sich das auf die Zukunft des Fußball-Bundesligisten auswirken wird, ist ungewisser denn je.

„Auf absehbare Zeit ist das glaube ich eher schwierig zu lösen“, sagte Kind mit Blick auf die Gemengelage rund um den Club. Wie sehr die aktive Fanszene - aber nicht nur die - dem mächtigen Mann im Verein misstraut, wurde daran deutlich, dass Kind und seine Kollegen im Vorstand ebenso wie der Aufsichtsrat nicht entlastet wurden.

Dass Kind dies danach als lästige Begleiterscheinung abtat, dürfte das Bild bei den Gegnern weiter verstärken, dass es Kind nur um seine eigenen Interessen und vor allem die Übernahme der Mehrheit an der Profiabteilung geht. „Das ist erst einmal unbedeutend. Maximal optisch interessant, aber inhaltlich letztendlich ohne Bedeutung“, sagte der Präsident des Vereins, zugleich auch Geschäftsführer der wichtigsten ausgelagerten Gesellschaften.

Viel wichtiger für Kind war, dass ein Antrag auf Satzungsänderung nicht die erforderliche Zweitdrittelmehrheit erhielt, mit der der Vorstand an Beschlüsse der Mitgliederversammlung gebunden gewesen wäre. „Deshalb ist es deutlich zu begrüßen, dass dieser Antrag abgelehnt wurde, weil das tatsächlich zu einer dramatischen Veränderung der Strukturen geführt hätte“, sagte der 96-Boss. 576 Mitglieder stimmten für den Antrag, 544 dagegen. Dieser hätte auch für das in Hannover hoch umstrittene Thema 50+1 gegolten.

Kind hat bei der Deutschen Fußball Liga einen Antrag gestellt, die Mehrheit am Club zu übernehmen. Der Antrag ruht derzeit. Der Streit um Kinds Übernahmepläne belastet das Klima bei den 96ern schon seit Monaten und hat bei den Heimspielen zu einem Stimmungsboykott von Teilen der Fans geführt.

Dass dieser nun zumindest bis zum Ende der Saison fortgesetzt wird, dürfte nach den Ereignissen vom Donnerstag sicher sein. Selbst im Spiel gegen den deutschen Meister Bayern München wird der harte Kern der Anhänger am Samstag weiter schweigen.

Doch nicht nur der Dauerzwist mit der Fanszene belastet den Club. Die aufgeheizte Stimmung rund um den Verein könnte auch Auswirkungen auf die Zukunft von Sportdirektor Horst Heldt haben. Heldt, dessen Aufstieg zum Geschäftsführer noch immer nicht besiegelt ist, war wie die komplette Mannschaft zu Gast auf der Versammlung. Und die dilettantische und arrogante Art, wie zum Beispiel der später wieder abgesetzte Versammlungsleiter Helmut Hartung versuchte, den Abend im Sinne von Kind zu beeinflussen, dürfte auch Heldt nachdenklich gestimmt haben.

Nach wie vor wird Heldt beim VfL Wolfsburg als Geschäftsführer gehandelt. Zwar hat Kind deutlich gemacht, dass er den Manager nicht ziehen lassen will. Doch dürfte die Mitgliederversammlung Heldts Laune auf einen Verbleib in Hannover nicht unbedingt gesteigert haben. Nach Informationen von kicker.de und bild.de soll es bereits erste Gespräche zwischen Heldt und VfL-Verantwortlichen gegeben haben.

Es bleiben also turbulente Wochen für 96. Die Chance auf Annäherung wurde am Donnerstag von beiden Seiten vertan. „Das ist 96 nicht würdig“, brachte es ein Mitglied während der Versammlung auf den Punkt.

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