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Kein Verbot für «Überraschungsei» geplant

Berlin (dpa) Kleinere und große Kinder waren am Donnerstag (7. August) überrascht, ja erschrocken. Soll das «Überraschungsei» verboten werden? Die Kinderkommission des Bundestags will manchen Süßigkeiten ans Eingemachte.

Kein Verbot für «Überraschungsei» geplant

Ein geöffnetes Überraschungs-Schokoladenei mit unterschiedlichem Inhalt - Experten sehen darin eine Gefahr für Kinder. (Bild: dpa)

Denn darin verbergen sich Spielzeuge, die nach Ansicht der Politiker ein Risiko darstellen. Millionen von Kindern kennen seit 1974 das «Überraschungsei». Inmitten der Schokolade stecken Figuren, die sogar Sammelobjekte wurden. In ganz Deutschland gibt es sogenannte «Ü-Ei-Börsen», an denen mit Schlümpfen und anderen Figuren gehandelt wird.

Miriam Gruß ist Mitglied der Kinderkommission. Die 32 Jahre alte FDP-Politikerin und Mutter eines Sohnes fordert in einem Papier der Kommission mehr Sicherheit für Kinder im Alltag, darunter eine Fahrrad-Helmpflicht. Rund 1,6 Millionen Kinder pro Jahr erleiden nach Angaben der Kommission einen Unfall. 40 Prozent der Unfälle gehen auf den Umgang mit Produkten zurück. «Besonderes Gefahrenpotenzial birgt die Kombination aus Spielzeug, Haushaltsartikeln und Nahrungsmitteln», heißt es darin. Die Konsequenz: «Keine Kopplung von Nahrungsmitteln und Spielzeug.»

Zunächst war ein Verbot auch für «Überraschungseier» im Gespräch. Später stellte die FDP-Politikerin klar: «Es war nicht von einem Verbot die Rede, sondern lediglich ein Appell an die Industrie wie entsprechend an die Eltern.» Denn wäre es um ein Verbot gegangen, hätte Gruß auch parteiintern Kritik eingefahren. «Ich finde das lieb, dass es eine Kinderkommission gibt», sagt FDP-Verbraucherpolitiker Hans-Michael Goldmann. «Wir können aber nicht auf jede gesellschaftliche Herausforderung reflexartig mit Verboten reagieren.»

Die Berliner Kinderärztin Stefanie Märzheuser, Mutter von drei Kindern, sieht große Gefahren durch Spielzeug in Süßigkeiten. «Es gibt zahlreiche Unfälle, bei denen die Kinder solche Kleinteile einatmen», sagt die Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. «Es hat europaweit Todesfälle gegeben.» Dabei warnt sie eher vor Ersticken als vor Verschlucken. Die Chirurgin beruft sich auf die Europäische Allianz für Kindersicherheit (European Child Safety Alliance), die die Risiken untersucht. Der Verband fordert für eine EU-Richtlinie Auflagen für Spielzeug in Lebensmitteln - so sollten die Risiken aufgelistet werden.

Die Süßwarenindustrie hält dagegen. «Es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür, dass durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmittel eine Gefahr ausgeht, wenn das Lebensmittel vom Spielzeug getrennt ist», sagt die Sprecherin von Ferrero, dem Hersteller des «Überraschungseis», Elise Glaab. Ein Warnhinweis werde bereits verwendet. Das Ei ist nicht für Kinder unter drei Jahre bestimmt. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie verweist darauf, dass gefährliche Produkte gestrichen würden und führt das Verbot von Jelly Cups (Gelee-Süßwaren in Minibechern) im Jahr 2004 als Beispiel an.

Die Kinderkommission zeigt jedoch Verständnis für «Leckermäuler». Miriam Gruß verriet dem Fernsehsender N24, ihr Sohn sei ein Fan der «Ü-Eier». «Er hat schon ganz viele gegessen und ist deswegen auch nicht gestorben. Und ich selbst esse sehr gerne Überraschungseier», sagte Gruß. «Letzten Endes müssen wir jetzt, glaube ich, keine Angst vor Überraschungseiern haben.»

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