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Kein Zukunftshaus

KiK steigt aus

Das Zukunftshaus auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes ist Geschichte. Der Hauptsponsor des Projekts, der Textildiscounter KiK, hat sich von dem Förderprojekt für Kinder und Jugendliche distanziert.

SCHARNHORST

von Von Jonas Müller-Töwe

, 31.08.2010
Kein Zukunftshaus

Auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes sollte das Zukunftshaus errichtet werden. Dieser Plan ist erstmal vom Tisch.

Der Rückzieher erfolgt kurzfristig. Noch vergangene Woche hatte Kai-Uwe Lindloff, Vorsitzender der „help and hope“-Stiftung, verkündet, das 2,5 Mio. Euro teure Projekt werde bald realisiert. „Dem Sponsor ist aber einfach zu viel Gegenwind entgegen geschlagen“, sagte Lindloff zur plötzlichen Kehrtwende. Ursprünglich sollte der Erbbau-Rechtsvertrag zwischen Stadt und Stiftung dieser Tage unterzeichnet werden – das war erst in der letzten Ratssitzung mit Stimmen von CDU und SPD gebilligt worden. Nun sprang der „Hauptsponsor“ des Projekts ab.

Mit Sponsor oder auch Stiftungspartner meint Lindloff den KiK. Die Firma ist in jüngster Zeit erneut bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Der Vorwurf: Der Konzern benutze die Stiftung als PR-Schutzschild gegen Kritik an seinem Unternehmen. Diese Kritik teilten unter anderem die Grünen im Rat. Ratsherr Wolfgang Frebel kommt die Absage des Projekts nicht ungelegen. „Wir hatten große Probleme damit. Auf der einen Seite stehen Vorwürfe wegen Kinderarbeit und sittenwidriger Löhne im Raum, auf der anderen Seite dann ein solches Projekt – das passt doch nicht zusammen“, sagte Frebel. Und auch andere Bürger hatten offenbar große Vorbehalte gegen ein Jugendhaus, dessen Baufinanzierung sich aus der KiK-nahen Stiftung speist. Unter anderem habe sich eine Schulleiterin aus dem Stadtbezirk öffentlich gegen das Zukunftshaus ausgesprochen, sagte Stiftungsvorsitzender Lindloff. „Auf so einer Basis wäre ein Projekt dieser Größenordnung auch für die Stiftung unglaublich schwierig – schließlich müssten wir mit allen Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten können.“

Zwar setze die Stiftung die Suche nach einem neuen Partner fort, nehme aber unter den gegebenen Umständen erst einmal Abstand vom Zukunftshaus. Oberbürgermeister Ullrich Sierau habe er darüber informiert. Bei der Stadt Dortmund zeigte man sich gestern allerdings überrascht von der Entwicklung. Dem Jugendamt lagen keine Informationen vor. Für eine Stellungnahme stand niemand zur Verfügung. Laut der Stiftung war das Jugendamt eng in die pädagogische Konzeptentwicklung des Hauses eingebunden, in dem Lerngruppen und Mittagsspeisung stattfinden sollten. Insgesamt 150 Kinder sollten betreut werden. Der Rat der Stadt hatte den Vertrag unter der Auflage genehmigt, dass die Stadt nicht an Kosten beteiligt werden könne.