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Keine Vorkasse bei unbekanntem Online-Händler

Berlin/Kehl (dpa/tmn) Der Preis ist zu gut, um wahr zu sein? Dann stimmt meist auch etwas nicht. Trotzdem gehen viele bei vermeintlichen Schnäppchen im Internet ein Risiko ein und überweisen Geld an unbekannte Anbieter. Das kann teuer werden, wie ein aktueller Fall zeigt.

Keine Vorkasse bei unbekanntem Online-Händler

Hände weg von meinem Geld! Vorkasse ist gerade bei unbekannten Online-Händlern keine gute Idee. Foto: Jens Schierenbeck

Von Vorkasse und Geldtransfers ist dringend abzuraten, weil das Geld weg ist, wenn man an Betrüger gerät, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland. Einzige Ausnahme: Man kennt und vertraut dem Händler. Doch selbst dann kann dieser noch Insolvenz anmelden. Grundsätzlich sollten Verbraucher deshalb eine Zahlungsart wie Lastschrift, Kreditkarte oder Bezahldienst wählen, bei der sie im Zweifel ihr Geld zurückbekommen - oder sich gleich einen anderen Anbieter suchen.

In Augsburg hat am Mittwoch (13. Juni) der Prozess gegen eine Gruppe mutmaßlicher Internet-Warenbetrüger begonnen. Den vier Angeklagten wird vorgeworfen, in rund 2050 Fällen gegen Vorkasse Notebooks, Haushaltsgeräte und Werkzeug im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro verkauft zu haben - ohne die Artikel zu liefern.

Unter den sicheren Zahlungsarten ist die Lastschrift mit am bequemsten. Bei Problemen kann man die Zahlung einfach zurückbuchen lassen. Auch bei Kreditkartenzahlung hat der Käufer die Möglichkeit, bei schadhafter oder nicht versendeter Ware eine Rückbuchung bei seiner Kreditkartengesellschaft zu erwirken, erklärt das Verbraucherzentrum. Allerdings sollte man beim Zahlungseinsatz umsichtig sein, denn Betrüger im Internet haben es besonders auf Kreditkartendaten abgesehen.

Neben der - allerdings kostenpflichtigen - Nachnahme können auch Bezahldienste, die einen entstandenen finanziellen Schaden bei Nichtlieferung ersetzen (Käuferschutz), eine gute Zahlungsalternative sein. Verbraucher sollten sich aber über Vor- und Nachteile der verschiedenen Zahlungsanbieter informieren, zum Beispiel beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Vor einer Bestellung gilt es grundsätzlich, den Anbieter zu überprüfen. Um Shops ohne Impressum mit vollständiger Adresse, Telefonnummer und E-Mail sollten Verbraucher einen Bogen machen, raten die Verbraucherschützer. Gleiches gilt, wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Widerrufs- oder Rückgabeerklärung, die man vor dem Kauf lesen sollte, nicht auffindbar sind.

Hinweise auf die Seriosität des Anbieters kann auch eine kleine Internetrecherche bringen. Käufer sollten nicht auf die im Netz reichlich vertretenen Fantasie-Gütesiegel hereinfallen. Empfehlenswerte und verlässliche Siegel listet die Seite internet-guetesiegel.de auf.

Internet-Broschüre des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland

BSI-Tipps zum Einkaufen im Internet

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