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KiBiz: Bei manchen Kindergarten-Kindern bleibt die Küche mittags kalt

WICKEDE „Meine Tochter bekommt die erste warme Mahlzeit am Tag frühestens um 16 Uhr“, nennt Nadine Bochow ihren ersten brisanten Berühungspunkt mit dem KiBiz (Kinderbildungsgesetz). Und hat gleich den zweiten parat: „Charleen und ich fühlen uns wie eine Gesellschaft der 2. Klasse.“

von Von Arne Niehörster

, 08.08.2008
KiBiz: Bei manchen Kindergarten-Kindern bleibt die Küche mittags kalt

Charleens Mutter Nadine Bochow ärgert sich über das Kinderbildungsgesetz (KiBiz).

Charleen, die zweieinhalb Jahre alte Tochter der jungen Mutter aus Wickede, besucht die städtische Fabido-Einrichtung am Molnerweg. Wenn die Mittagspause ansteht, werden die Kinder, die keinen Platz für eine 45-Stunden-Woche haben, von der Gruppe getrennt und nehmen ihr Mittagessen – das zweite Frühstück von zuhause – separat ein.

Nadine Bochow und Töchterchen Charleen sind kein Einzelfall, das Problem ist bei der Fabido-Betriebsleitung bekannt: „KiBiz bietet für den Kindergarten die 45-, 35- und 25-Stunden-Woche an. Das warme Mittagessen gibt es allerdings nur für die 45-Stunden-Woche“, sagt Klaus-Peter Haarmann vom Stab der Betriebsleitung. Der Etat lasse nur 2800 Plätze für die 45 Stunden zu, die restlichen Kinder müssen in die kürzere Woche. Haarmann: „Unsere Einrichtungen improvisieren da unterschiedlich und meist nach Bedarf.“ So richten manche eine Art (kaltes) Buffet ein, die Eltern zahlen dafür einen Beitrag. Oder aber sie geben dem Nachwuchs ein zweites Butterbrot für mittags mit.

Wie auch bei Charleens Tageseinrichtung. „Die Möglichkeit, etwas zum Aufwärmen mitzugeben, besteht nicht. Die Betreuerinnen vor Ort haben schon alle Hände voll zu tun. Das schaffen sie für so viele Kinder nicht noch zusätzlich“, zeigt Mama Nadine Verständnis. Also bleibt nur das Butterbrot, die warme und geregelte Mittagsmahlzeit fehlt. „Die Ideallösung ist das nicht für Dortmund. Es fehlt das Angebot aus einem Guss für alle“, sagt Klaus-Peter Haarmann. Allerdings wolle man bei der Stadt in den nächsten Wochen nach einer alternativen und vor allem befriedigenden Lösung suchen. Bis dahin bleibt das Essen von Charleen mittags kalt. Und die Mama – berufstätig und alleinerziehend – hofft auf einen Platz in der 45-Stunden-Woche. Oder auf ein Angebot aus einem Guss.

  • Fabido steht für familienergänzende Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund.
  • 104 Fabido-Einrichtungen gibt es im gesamten Stadtgebiet. Dort werden rund 7600 Mädchen und Jungen betreut. Davon gehen 2800 Kinder 45 Stunden pro Woche in den Kindergarten, alle anderen 35 und 25 Stunden – im Rahmen des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). » www.fabido.dortmund.de
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