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Kickers trotz Katastrophen-Start kämpferisch

Stuttgart (dpa) Tatsächliche Überzeugung, vage Hoffnung, Zweckoptimismus oder einfach nur der Mut der Verzweiflung: Nach dem Alptraum-Start mit vier Niederlagen ohne einen einzigen Treffer lässt sich allenfalls vermuten, was wirklich hinter der plakativen Forderung von Stefan Minkwitz steckt.

«In Regensburg muss der Knoten platzen. Basta!», sagte der Trainer von Drittligist Stuttgarter Kickers vor der Partie beim Tabellen-13. Nach der deprimierenden Misere zum Saisonstart geht es für den Tabellenletzten, bei dem Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann seine ersten Profi-Tore schoss, schon um eine Weichenstellung: Sind die «Blauen», die abgesehen von einem Bundesliga-Jahr (1991/92) und zwei Regionalliga-Spielzeiten (1994-96) in den 90er Jahren eine feste Größe in der 2. Fußball-Bundesliga waren, stark genug für die neue Spielklasse?

Der Coach weiß natürlich, dass ihm angesichts der niederschmetternden Fakten wohl nicht mehr viel Zeit bleibt, das Ruder herumzureißen. Denn die Chance, sich von der Euphorie nach der Last-Minute-Qualifikation für die 3. Liga über die ersten Hürden der neuen sportlichen Herausforderung tragen zu lassen, haben die Schwaben gründlich verpasst. «Null Punkte und null Tore sind natürlich eine katastrophale Bilanz, gar keine Frage», sagte auch Präsident Dirk Eichelbaum.

Dennoch genießt Minkwitz vorerst das Vertrauen der Vereinsführung. Am Tag nach einer turnusmäßigen Präsidiumssitzung nach dem 0:1 gegen den SV Sandhausen, stellte sich das Führungsgremium in dieser Woche demonstrativ hinter den 40-Jährigen. «Wir haben ihm gesagt, dass er sich des Rückhalts des Präsidiums sicher sein kann und alles andere ignorieren soll, was in der Presse steht», berichtete Eichelbaum, forderte allerdings: «Er soll sich darauf konzentrieren, die Mannschaft gut auf das Spiel am Samstag vorzubereiten. Was danach geschieht, ist nicht ergebnisabhängig, aber in Regensburg muss eine Entwicklung der Mannschaft sichtbar sein.»

Schließlich war genau das nicht der Fall, seit sich der Traditionsclub am letzten Spieltag der Regionalliga-Süd als Zehnter gerade noch die Zugehörigkeit zur 3. Liga gesichert hatte. Zwölf Spieler verließen den Verein, darunter Leistungsträger wie Mittelfeld-Mann Mustafa Parmak, der zum Zweitligisten TuS Koblenz wechselte. Acht neue Akteure musste Minkwitz integrieren, namhafte Profis sind nicht darunter. «Wir haben ein Korsett aus fünf Spielern, die zum gehobenen Niveau in der 3. Liga gehören und zehn Talenten, die den Anspruch haben, sich dort durchzusetzen», sagt Eichelbaum.

Bislang fehlte die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen, die Spielanlage wirkte unharmonisch. Der Trainer ist dennoch überzeugt, dass sein Team in der Liga mithalten kann. «Wenn wir als Mannschaft zusammenhalten, reicht das Potenzial aus», meint Minkwitz. Weitere Blitzkäufe bis zum Ende der Transferperiode am Sonntag lässt der Etat von nur rund drei Millionen Euro, mit dessen Höhe der Verein sich im unteren Viertel der Liga bewegen, wohl ohnehin nicht zu.

Mut schöpfen Coach wie Clubspitze vor der Partie beim Tabellen-13. nicht zuletzt aus den Erinnerungen an die vergangene Saison. Im Dezember hatten sich die «Blauen» dort mit einem 1:1 und einer guten Leistung in die Winterpause verabschiedet und Minkwitz damit wohl vor der Entlassung bewahrt. «Stefan Minkwitz stand in Regensburg schon einmal mit dem Rücken zur Wand und damals war die Reaktion das Signal zu einer furiosen Rückrunde», erinnert sich Eichelbaum. Minkwitz gibt sich vor dem Déjavu kämpferisch: «Es hat sich einmal ausgezahlt, das das Präsidium Geduld mit dem Trainerteam hatte und es wird sich wieder auszahlen.»

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