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Kinderarmut

INNENSTADT "Guten Tag, ich bin die neue Grundschullehrerin ihres Kindes." Vor ihnen steht eine Frau und begrüßt sie als Zugezogene der neuen Stadt. So oder so ähnlich könnte sich eine Situation in Dormagen abspielen.

27.10.2007

Mit einem Frühwarnmodell sind dort Frauen- und Kinderärzte, Grundschullehrer, Erzieher und andere Einrichtungen miteinander vernetzt. Ein präventives Modell, das mit Hausbesuchen Familien frühzeitig aufzuklären versucht. "Wenn unsere Familien dann tatsächlich einmal Hilfe brauchen, ist es leichter für sie mit jemandem zu sprechen, dessen Hand sie schon geschüttelt haben", erklärte Dormagens Bürgermeister Heinz Hilgers der SPD bei einem Treffen im Gebäude des Kinderschutzbundes.

Bedarf ist da

Landtagsabgeordnete Thomas Stotko hatte Hilgers, der neben seinem Bürgermeister-Dasein auch Präsidenten des Kinderschutzbundes Deutschlandes ist, nach Witten eingeladen, denn auch hier wäre Bedarf für solch ein Frühwarnsystem. "In NRW ist jedes vierte Kind leidet an Armut", betonte Stotko betroffen. Zudem leben in Witten 4000 Menschen von Hartz IV-Leistungen, "und die Förderungen vor allem beim Schulbedarf sind einfach zu niedrig", sagte der Landtagsabgeordnete. Die SPD fordere aus diesem Grund einen monatlichen Zuschuss von mindestens 175 Euro für Kinder, statt der bisherigen 140 Euro.

"Armut sieht man den Kindern nicht auf den ersten Blick an", weiß Thomas Stotko, der auch Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes ist. "Ganz im Gegenteil", stellt Barbara Kruse, Mitarbeiterin des Kinderschutbundes, immer wieder fest. "Die Kinder haben meist die neusten Handys."

Viele Kinder

Die Einrichtung in der Konrad-Adenauer-Straße betreut viele sozial schwächere Kinder. Bei der Schularbeitenbetreuung, Beratung für die Eltern und sogar einem Kinderladen, bei dem für kleines Geld Second-Hand-Ware erworben werden kann. "Die Armen werden immer ärmer und die Reichen reicher", deswegen fordert der SPD-Mann, dass früh auf die Familien zugegangen werden sollte, ob über eine Einrichtung wie der Kinderschutzbund oder über die Lehrer und Ärzte. "Von dem Dormagener Netzwerk könnten wir eine Menge lernen", reflektiert Stotko den Besuch von Heinz Hilgers. "Jede frühe Hilfe wirkt, jede späte ist teuer", weiß der Bürgermeister aus Dormagen und somit hat sich das Frühwarnsystem schon innerhalb von zweieinhalb Jahren etabliert.