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Kirchen-Reise durch die Nacht

BOCHUM Glockenläuten, wohin man lauscht: Am Freitagabend um acht Uhr öffneten in Bochum und Wattenscheid 35 Gemeinden beider Konfessionen ihre Kirchentüren.

von Von Christine Baro

, 14.10.2007

Sie luden altbekannte und neue Gesichter mit unterschiedlichsten Angeboten ein, Kirchenräume einmal unabhängig vom Sonntagsgottesdienst zu erleben. Zu diesen neuen Gesichtern gehören auch Anne Oehler und Dirk Rohde. Ihre Liebe zum Acapella-Gesang hat das Paar an diesem Abend in die Pauluskirche gelockt, denn die evangelische Gemeinde bot wie auch im letzten Jahr ein weltlich-musikalisches Programm, kreiert von Okko Herlyn. Das Barmer Jazz Ensemble, (gesanglich bereichert von Irina Scholten und Elfi Kluth) sowie der Chor der Evangelischen Fachhochschule begeisterten die 130 Zuhörer mit Swing, Pop und Schmachtfetzen. Nur an diesem Abend zu hören war das vierköpfige Acapella-Ensemble „Bochum Voices“, das zwar für Bachs „Es ist genug“ noch nicht gut genug war, mit den Jazz-Arrangements aber feine Vokalkunst fabrizierte.

Begegnungen

Über das Konzert sind Anne Oehler und Dirk Rohde auch auf das weitere Programm aufmerksam geworden: Auf ihrem Heimweg per Fahrrad machen Sie noch in der Maria-Hilf-Kirche des Redemptoristenklosters halt. Dort informiert eine Ausstellung über das Leben der Heiligen Elisabeth, deren 800. Todestag in diesem Jahr gefeiert wird. Während man der Heiligen in Vierzehnheiligen mit einem Musiktheaterstück gedenkt, geht es in Maria-Hilf beschaulicher zu. „Hier bin ich vorher noch nie gewesen“, sagt Anne Oehler mit einem Blick in die Höhe der weitläufigen Hallenkirche. Die beiden kommen ins Gespräch mit den Patres, denn die Nacht der offenen Kirchen ist vor allem eins: Ort und Zeit für Begegnung.

Bier und Besinnung

Gesprächsthema ist fast überall die Umstrukturierung im Bistum Essen. Auch das Haus der katholischen Jugend im Schatten der Marienkirche ist betroffen: Nach massiven Kürzungen wird es durch ehrenamtliches Engagement am Laufen gehalten. Ab 22 Uhr gibt es hier Bier und Besinnung, einen Taizéraum, Live-Musik und mehrere geistliche Impulse. Um halb eins formiert sich aus der gemütlichen Kneipenatmosphäre ein Stuhlkreis zum nächtlichen Wortgottesdienst mit Stadtjugendseelsorger Matthias Feldmann. Grönemeyers „Ein Stück vom Himmel“ tönt durch den Keller, und die 50 Jugendlichen bannen auf Papierwölkchen, was für sie ein Stück vom Himmel ist. „Das Himmelreich ist schon da“, heißt es im Evangelium, im Hier und Jetzt überzeugend Glauben zu leben ist das Ziel. Aufbruchsstimmung ist zu spüren, man blickt pragmatisch nach vorn. Die Basis zeigt sich wach, offen und bereit für die Zukunft.