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Kirchentag steuert mit Friedensappell auf Abschluss zu

Stuttgart (dpa) Debatten über die Bewältigung internationaler Konflikte locken Tausende auf dem Kirchentag in Stuttgart. In eine Menschenkette für den Frieden reihen sich viele der Besucher ein. Eine Resolution verlangt eine humane Lösung der Flüchtlingsproblematik.

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Die Theologin Margot Käßmann reiht sich am Rande des Evangelischen Kirchentags in eine Friedenskette ein. Foto: Bernd Weißbrod

Demonstranten reihen sich in Stuttgart am Rande des Evangelischen Kirchentags in eine Friedenskette ein. Foto: Bernd Weißbrod

Andacht beim Kirchentag am Schlossplatz in Stuttgart. Foto: Patrick Seeger

Mit einem Appell zum Frieden und zur Bewältigung der internationalen Krisen und Flüchtlingsströme ist der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart auf die Zielgerade gegangen.

«Eine Resolution des Kirchentages, die in ihrer Sprache nicht klarer sein könnte, fordert ein, alles dafür zu tun, dass die Flüchtlingsproblematik anders gelöst wird, als dies heute der Fall ist», sagte Kirchentagspräsident Andreas Barner am dem vorletzten Tag des Christentreffens.

«Von Stuttgart darf kein Krieg ausgehen», riefen die Organisatoren einer Menschenkette für den Frieden, in die sich auch die Theologin Margot Käßmann einreihte. «Mir war das ein wichtiges Signal», sagte sie. Auch kleine Zeichen der Zivilgesellschaft könnten ein Impuls für einen Kurswechsel der Politik sein. Sie kritisierte allerdings, dass das Thema Frieden beim Glaubensfest in Stuttgart aus ihrer Sicht eine zu kleine Rolle gespielt habe. «Das tut mir leid.»

Das fünftägige Treffen in Stuttgart mit knapp 135 000 Teilnehmern geht am Sonntag mit einem großen Abschlussgottesdienst unter freiem Himmel zu Ende. Bei flirrender Hitze drängten sich erneut die Massen zu Bibelarbeiten, Diskussionsforen und Musikauftritten.

In einer mit zehntausend Zuhörern komplett gefüllten Halle rief der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Kofi Annan, dazu auf, internationale Organisationen wie die UN und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu reformieren und demokratischer zu machen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warb für eine aktive Rolle Deutschlands bei der Lösung internationaler Konflikte: «Sich herauszuhalten, scheint manchmal eine verlockende Alternative für viele, aber sie darf es nicht sein.»

Von einer «neuen Nachdenklichkeit» beim Kirchentag sprach die Generalsekretärin des Treffens, Ellen Ueberschär. Statt publikumswirksamer, einfacher Antworten habe der Kirchentag wichtige Themen in ihrer Komplexität diskutiert. Dass die konservativen Pietisten ihren Christustag erstmals seit 1969 wieder gemeinsam mit dem eher liberalen Kirchentag organisiert hätten, sei eine Zäsur. Auch die kommenden Glaubenstreffen sollten gemeinsam angegangen werden, als Differenz bleibe aber die von den Pietisten weiterhin befürwortete Judenmission.

Der vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) geäußerte Wunsch, irgendwann nur noch ökumenische Kirchentage zu veranstalten, wird allerdings so schnell nicht in Erfüllung gehen. Als nächstes wollten Protestanten und Katholiken aber 2019 einen gemeinsamen Kirchentag organisieren, hieß es.

Zum fünftägigen Kirchentag, der am Sonntag mit einem Gottesdienst zu Ende geht, kamen nach Angaben der Veranstalter 97 000 Dauerbesucher. Das sind 20 000 Teilnehmer weniger als vor zwei Jahren in Hamburg. 2017 wird der Kirchentag in Berlin und Wittenberg organisiert - im Jubiläumsjahr der Reformation. In Stuttgart wurde symbolisch der Staffelstab an die Organisatoren des Protestantentreffens in zwei Jahren übergeben.

Kirchentag 2015

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