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Biker- und Familientreffpunkt gleichzeitig

Grafenmühle

KIRCHHELLEN Wie an jedem Wochentag trafen sich auch am Sonntag wieder hunderte Biker an der Grafenmühle Grafenwald. Seit etwa 40 Jahren gibt es den immer beliebter werdenden Motorradtreff.

von Von Ralf Pieper

, 02.08.2010
Biker- und Familientreffpunkt gleichzeitig

Nicht nur blitzende Chromteile stehen bei den Bikern hoch im Kurs.

Es fing an mit einer Bude, die eröffnet wurde, und den ersten Motorradfahrern, die dort rasteten. Im Laufe der Jahre kamen ein Imbissstand, eine Kaffee-Bude, ein Restaurant, zwei Minigolf-Plätze und mehr hinzu und so präsentiert sich die Grafenmühle heute als Biker- und auch als Familientreffpunkt.

„Man stellt eine Harley nicht neben ein japanisches „Rennbrötchen“. Das auf den ersten Blick wahllose Nebeneinander zahlloser Motorrad-Marken bekam so beim zweiten Hinsehen doch seine Ordnung. Die Biker kommen hierher, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen und um in entspannter Atmosphäre zu plaudern.   „Wir fahren morgens los, bleiben ein oder zwei Stunden hier in Grafenmühle, treffen Kollegen und fahren dann weiter zum nächsten Motorradtreff“, berichtet Wilhelm Ullrich aus Duisburg.

Leider beenden oft die Knöllchenschreiber vom Ordnungsamt die Entspanntheit. Auch am Wochenende werden falsch parkende Biker gnadenlos zur Kasse gebeten. „Dann wird es schon mal laut“, ärgert sich Britta Pönicke, Mit-Inhaberin der Alten Kaffeemühle. „Das Ordnungsamt sucht Freiwillige, die am Wochenende arbeiten, um hier die Stadtkasse aufzufüllen.“ Die Biker kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet und auch aus Holland. Bei Kaffee oder „Pommes Rot-Weiß“ wird über Alltägliches geredet und natürlich über das beste Stück: das Motorrad. Die Ergebnisse nächtlicher Bastel- und Schrauberstunden werden präsentiert und bewertet. Viele Motorräder haben sich weit vom einst im Geschäft erworbenen Gefährt entfernt. Individualität wird groß geschrieben. Airbrush-Kunstwerke, blitzende Chromteile sprechen ihre eigene Sprache. Aber trotz grinsendem Totenkopf auf dem Tank sind die Besitzer der Maschinen meist furchtbar nette Kerle.

Grafenmühle ist kein „Rocker-Treffpunkt“: Hier trifft man den Freizeit-Biker, der sich bei Motorrad-Touren von den Schichten der Arbeitswoche erholt und den Geschäftsmann, der am Wochenende Anzug und Krawatte gegen die Lederkluft tauscht und seine Harley ausführt.   „Die ,Leidenschaft Motorrad’ ist auch nicht mehr eine Männerdomäne wie früher“, erklärt Britta Pönicke, „Es kommen immer mehr Frauen zu uns. Wir haben hier alle Gesellschaftsschichten und alle Altersgruppen vereint“. So düste auch der 60-Jährige vorbei. Auf seiner Maschine der Schriftzug: „Born To Be Wild“. 

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