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Geplanter Edeka-Ausbau sorgt für Unmut

Bei Geschäftsleuten

Der Edeka-Markt im Dorfkern will sich vergrößern. Sehr zum Unmut der anderen Geschäftsleute, die um die Besucherfrequenz fürchten. Die Rewe-Betreiber kündigen sogar eine Schließung ihres Geschäftes an, wenn Edeka ausbaut.

KIRCHHELLEN

von Von Berthold Fehmer

, 29.06.2012
Geplanter Edeka-Ausbau sorgt für Unmut

Falls der Edeka-Markt sich auf 1600 Quadratmeter vergrößern kann, kündigen die Betreiber des Rewe-Markts die Schließung ihres Ladens an.

Noch herrscht eine Art „Pattsituation“ bei den beiden großen Supermärkten im Dorfkern. Jeweils 900 Quadratmeter Verkaufsfläche haben Edeka- und Rewe-Markt. Wie berichtet, will der Edeka-Betreiber sich auf rund 1600 Quadratmeter vergrößern. „Dann würden wir unseren Laden schließen“, sagt Rewe-Betreiberin Gabriele Gödecke. Am Dienstag wird der Rat über das Einzelhandelskonzept abstimmen. Gegen den Willen der Bezirksvertretung hat der Haupt- und Finanzausschuss einer „Minimalvariante“ zugestimmt, die eine 2500 Quadratmeter große Erweiterungsfläche an der Hauptstraße vorsieht. Dort möchte der Edeka-Betreiber seinen neuen Markt errichten, der alte sei nicht überlebensfähig. Nicht nur die Rewe-Betreiber, die Familie Gödecke, sondern auch viele Geschäftsleute im Dorf wie Regina Timmerhaus und Steffen Dietz sehen diese Entwicklung äußerst kritisch.

Eine „Riegelwirkung“ befürchtet Timmerhaus, falls der Edeka-Markt wie geplant gebaut würde. „Die Leute werden vom Kirchhellener Ring kommen, auf dem Parkplatz am Terwellen-Platz parken, ihre Einkäufe machen und wieder wegfahren.“ Schon jetzt habe der Dorfkern ein Frequenz-Problem: „Die Verluste durch den Bau von Kaufland konnten nie ganz aufgefangen werden.“ Kathrin Gödecke-Neis vom Rewe-Markt kann nicht nachvollziehen, warum trotz der Aussage des Gutachtens, in Kirchhellen gebe es eine gute Einzelhandelsstruktur, noch eine Erweiterungsfläche ausgewiesen werden soll. Durch einen Edeka-Neubau gebe es wieder einen erneuten Leerstand im alten Geschäft, wo doch schon viele Ladenlokale leer stünden.

Außerdem befürchtet Gödecke-Neis, dass weitere Flächen des Terwellen-Platzes für Parkplätze freigegeben werden müssten. Denn auf den 2500 Quadratmetern seien schon 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche schwer zu realisieren, da man für Lager- und Parkplätze eine mindestens ebensolche Fläche benötige. Bezweifelt wird von den Geschäftsleuten, dass der Bau eines Marktes keine Auswirkungen auf Großveranstaltungen wie Schützen- und Brezelfest hätte. Das Sicherheitskonzept werde ohne diese Fläche nicht genügend Fluchtwege vorsehen können. Die von der Verwaltung immer wieder ins Feld geführte rechtliche Angreifbarkeit des Einzelhandelskonzepts bei einer „Null-Variante“ können die Geschäftsleute nicht nachvollziehen. Sie fordern, dass die Ratsentscheidung verschoben und ein unabhängiger Gutachter für ein Verträglichkeitsgutachten beauftragt werden soll. Die Kosten wollen die Kirchhellener Kaufleute sogar übernehmen. Ein Teil der fraglichen Fläche gehört der Stadt Bottrop, die bei einem Verkauf an Edeka daran verdienen könnte. Steffen Dietz: „Es geht nur ums Geld – davon bin ich überzeugt.“ 

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