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Integration auf dem Rücken der Pferde

Rotthoffs Hof

Auf dem Hof Rotthoff in Kirchhellen lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder bei einer integrativen Ferienfreizeit das Voltigieren. Am Ende steht eine große Abschlussvorführung an.

KIRCHHELLEN

von Von Berthold Fehmer

, 24.08.2010

„Hoch das Bein!“ Klare Kommandos gibt Voltigierpädagogin Julia Stumpf, während sie die 18-jährige Stute Judith an der Longe führt. Die Aufforderung gilt allerdings nicht Judith, sondern der achtjährigen Lena Genzel, die gerade die Figur „Standwaage“ übt.

Lena ist eines von 14 Kindern zwischen sechs und 14 Jahren, die derzeit bei der integrativen Ferienfreizeit auf dem Rotthoffs Hof das Voltigieren erlernen. Fünf Kinder sind darunter, die etwa an einer halbseitigen Spastik leiden oder an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung). Oder entwicklungsverzögert sind. Eines der jungen Mädchen scheint das noch gar nicht so recht mitbekommen zu haben. „Wer denn?“, fragt sie verwundert. Stumpf lacht: „Das ist doch egal.“ Und erzählt später, dass solche Unterschiede beim Voltigieren und Reiten keine Rolle spielen. „Die Kinder schauen eigentlich nur auf die Pferde.“

Die müssen besonders geduldige Vertreter sein. So wie die 18-jährige Judith. „Die ist zehn Jahre älter als ich“, sagt Judith Nöthe. Wenn die Kinder, die zum Teil zum ersten Mal auf einem Pferd sitzen, ihre Übungen machen, sollten die Pferde mit stoischem Gleichmut weiterlaufen. Eigentlich hätten die Kinder bereits am Montag im Sattel sitzen sollen. Das schlechte Wetter verhinderte dies. So lernten sich die Teilnehmer der Freizeit erst mal gegenseitig kennen und auch die Pferde. Durften sie putzen, füttern und im Schritt führen.

Eine Woche Zeit haben die Kinder und drei Mitarbeiterinnen, die Abschlussvorführung am Freitag um 11 Uhr vorzubereiten. Das Buch „Bleib so, wie du bist“ wird dabei auf dem Pferd dargestellt. Dann kommt die „Standwaage“ ebenso zum Zug wie der „Damensitz“ und „Prinzensitz“. Oder die Lieblingsübung von Daniel Distelhorst (8), der eigentlich in Neuss wohnt und nur die Ferien in Kirchhellen verbringt. Für diese Figur legt er sich einfach bäuchlings quer über den Sattel. Der Name der Figur: „Toter Indianer.“

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