Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kräuterexperte macht auf die Kostbarkeiten am Wegesrand aufmerksam

Kirchhellener Heide

Sie sind grün und gesund, aber ohne Werner Gahlen hätten die Wanderer Soldatenpetersilie, Nelkenwurz, Warzenkraut, Wald-Engelwurz & Co. keinerlei Beachtung geschenkt.

KIRCHHELLEN

von Von Elisabeth Schrief

, 20.08.2010

Wie 1200 Gäste jährlich folgten Mitglieder des Lions Clubs Dorsten-Wulfen dem Kräuterpädagogen 90 Minuten durch die Kirchhellener Heide. Im Hauptberuf ist Werner Gahlen Schreiner beim RVR Ruhr Grün auf dem Heidhof, in seiner Freizeit Imker und Kräuterexperte.

Als dieser kommt er auch im Programm von Ruhr.2010 vor: Familien erklärt er am 11. September in Theorie und Praxis die positive Wirkung heimischer Wildkräuter und -früchte auf den menschlichen Organismus. Diese Wirkung kannte schon seine Oma. Sie kochte ihrem magenkranken Enkel „Stopparsch“ auf: Samen vom krausen Ampfer. Die Linderung ließ nicht lange auf sich warten. „So kam ich als Schreiner zu den Kräutern“, erzählt Gahlen leutselig vom Beginn einer Leidenschaft. „Das Leben in und mit der Natur ist für mich heute Meditation.“ Nach einer Ausbildung zum staatlich geprüften Kräuterpädagogen ist ihm kein Kraut links und rechts des Wegesrandes unbekannt. Auch der Gundermann nicht. Dieses Pflänzchen brachten die römischen Legionäre vor 2000 Jahren mit nach Kirchhellen, im Moor fand es idealen Nährboden. Die Legionäre würzten damit ihre Gerstengerichte, weshalb das Kraut auch den Namen „Soldatenpetersilie“ trägt.

Gleich nebenan wächst der Löwenzahn. Seine Bitterstoffe wirken sich günstig auf Leber, Galle und Magen aus. Auch der Beifuß aktiviert diese Organe. Im Mittelalter ernteten die Frauen den Samen der Brennnessel, um die Manneskraft ihres Angetrauten wieder herzustellen. Werner Gahlen zupft immer wieder neu, der Heide mangelt`s nicht an Kräuter, ihm nicht an Geschichten. Die führen auch in die Küche. Gahlen, ein begeisterter Hobbykoch, weiß die Kräuter als Mineralien- und Vitaminlieferanten zu schätzen. Welche Gaumenfreuden sie bereiten, konnten die Wanderer später schmecken. Gahlen hatte am Tag zuvor Wildkräuter gesammelt und daraus im Schermbecker Trip-Trap, der Endstation der Exkursion, zwei leckere Gerichte kochen lassen. Die Liebe zur Natur geht eben auch über den Magen.  

  • Buchungen: Tel. (02045) 40560
Lesen Sie jetzt