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Shetlandponys besuchten Bewohner des Haus St. Johannes

Während der Demenzwoche

Auf's richtige Pferd gesetzt hat man am Freitag im Haus St. Johannes. Vielmehr auf zwei: Lucky und Sputnik, die beiden Minishetlandponys, kamen bei den Bewohnern gut an.

KIRCHHELLEN

von Von Berthold Fehmer

, 25.06.2012
Shetlandponys besuchten Bewohner des Haus St. Johannes

<p>Mit dem Aufzug geht's für die Ponys nach oben. <p></p> Fehmer</p>

"Wir haben Reaktion erlebt...", schwärmt Katja Weijers-Kattentidt, Teamleiterin der Alltagsbegleiter, nach dem Besuch. "Bewohner, die sonst fast apathisch in ihrem Stuhl sitzen, haben die Augen geöffnet, haben gelächelt, gesprochen, eine Offenheit gezeigt, die wir in ihrem Krankheitszustand nicht mehr erwartet hätten." Eingebettet war die Aktion in die Demenzwoche der Stadt Bottrop "Gedanken wie Seifenblasen".

Die beiden Ponys aus dem Seniorenstift Haus Berge in Essen wurden von der dortigen Leterin Marita Neumann sowie Jenny Lützenburger per Anhänger nach Kirchhellen geschafft und auf dem Parkplatz gestriegelt. Neumann säuberte auch penibel die Hufe, um den Reinigungskräften Arbeit zu ersparen. Und was, wenn eines der Ponys sich im Haus erleichtern würde? "Einer ist abgestellt, der so etwas dann sofort wegmacht", so Weijers-Kattentidt. Man kennt Therapie-Hunde, Therapie-Hasen, sogar Therapie-Schweine. Aber Ponys? Im Haus Berge hält man insgesamt vier Ponys. "Gut im Gehorsam" müssen die Ponys sein, wenn sie in anderen Häusern eingesetzt werden sollen", sagt Neumann: "Sie müssen Lautstärke aushalten können." Und selbst wenn ihnen die Bewohner in die Nüstern greifen - auch weil vielleicht die Motorik nicht mehr ganz so ausgeprägt ist -, dürfen die Ponys nicht scheuen. "Chaosfähig sein", nennt das Neumann.

Große Augen machten die Bewohnerinnen und Bewohner, als es auf dem Flur trappelte. Während einige durchaus großen Respekt vor den nicht einmal hüfthohen Ponys zeigten, wollten andere die Tiere sofort streicheln. Und Neumann zeigte gern, wo der 13-jährige Lucky am liebsten gekrault wird: auf der Stirn. Viele Bewohner, die früher geritten sind oder vom Bauernhof kommen, erinnerten sich an alte Zeiten. Alle Sinne sollten angesprochen werden: Das Hufgeklapper für die Ohren, der Pferdegeruch für die Nase, das weiche Fell für den Tastsinn. Und selbst Nicht-Bewohnern dürfte das Bild, wie zwei Ponys Aufzug fahren, lange im Gedächtnis bleiben.

 

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