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Spielzeug für große Jungs

Nutzfahrzeug-Treffen

Wie viele Pferdestärken sich da getroffen haben, hat niemand ermittelt. Aber es waren viele, sehr, sehr viele in einer Sandkuhle unweit des Flugplatzes Schwarze Heide in Kirchhellen am Samstag. Ein lasterhaftes Treffen, quasi alle Laster der Region auf einem Sandhaufen.

Kirchhellen

von Klaus Rosenkranz

, 23.10.2016
Spielzeug für große Jungs

Ein zufriedener Mann! Gisbert Suden vor seinem neuen/alten MAN Diesel.

Kleine Jungs spielen gerne mit ihren Modellautos, Baggern, Raupen, Kränen oder Lastern. Bei einigen Jungs wächst das Spielzeug im Laufe des Lebens mit. Und wenn das große Spielzeug dann auch noch alt ist, haben die großen Jungs das Strahlen in den Augen. Wie etwa Gisbert Suden, Dorstener Unternehmer und am Samstag Gastgeber in der Sandgrube Schremmer. Wer da in Matsch und Modder das falsche Schuhwerk trug, war schon raus, bevor er drin war.

100 Fahrzeuge

Rund 100 Fahrzeuge aus vergangenen Epochen sorgten für Benzin- und Dieselgeruch in der Luft, machten die Kuhle zum einzigartigen Freiluftmuseum. Klar, ein wenig improvisiert, aber das gehört bei den Schraubern und Fummlern dazu. Pommesbude, Bierstand, ein Zelt gegen den Regen, nach einer Viertelstunde Sand an allen Beinkleidern - aber genau so muss das aussehen. Dabei zerfielen die Besucher in drei Gruppen: Männer in großkarierten Flanellhemden und Blaumann (die Aktiven), Männer in normaler Straßenkleidung mit Gummistiefeln und Kamera (Besucher) und Frauen mit High Heels (die Verlorenen).

"Kringelschießer"

Und dann traf sich eben Henschel mit Magirus Deutz, Lanz Bulldog mit MAN Diesel. Traktor-Fahrer auf Bulldogs erfreuten sich wie immer besonderer Beliebtheit. Was Wunder? Wenn sie ihren Motor starten, erzeugen sie herrliche kleine Abgaswolken, wegen derer sie auch "Kringelschießer" genannt werden. Aber diese "Kleinen" wurden nahezu erdrückt vom restlichen Aufgebot. Riesige LKW-Züge standen da neben einem Fahrzeug, das mal der freiwilligen Feuerwehr aus Kiel gehörte, die Raupe kam auf dem Tieflader aus Ensdorf im Saarland, der Kran aus Dorsten belud einen Laster aus den Niederlanden. Die Kennzeichen verrieten weite Anreisewege: Kleve, Füssen, Minden, Trier, Bremen - kein Anspruch auf Vollständigkeit.

"Belastbar"

Ist so ein Treffen nun Verrücktheit, pure Lebensfreude oder gar Verkaufsmesse? Gisbert Suden: "Ich bin mit diesen Fahrzeugen groß geworden. Und so etwas prägt." Und das erzählt er nicht etwa mit stahlhartem Unternehmerblick, sondern mit bewegtem Schimmern in den Augen. "Diese alten Maschinen sind einfach, aber doch absolut belastbar. Es macht einfach Freude, sich mit ihnen zu befassen, sie zu reparieren, sie wieder fahrtüchtig zu machen, mit Freunden darüber zu diskutieren, gemeinsam kleine Ausfahrten zu machen. Ich bekomme heute noch Herzklopfen, wenn ich ein altes Fahrzeug sehe, das ich noch nicht kenne." Große Jungs mit großen Spielzeugen eben.