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Vogel Helmut steht im Schaufenster vom Schuhhaus Möller

Wache passt auf

Am Mittwochabend zog der bunt verzierte Schützenvogel, nach seiner Taufe auf den Namen Helmut, in das Schaufenster des Schuhhauses Möller ein. Hier kann er bis zum Schützenfestmontag noch bewundert werden.

KIRCHHELLEN

von Von Michelle Hoffmann

, 17.08.2017
Vogel Helmut steht im Schaufenster vom Schuhhaus Möller

Die Vogelwache beschützt Helmut mit Leib und Seele.

Schon seit über 100 Jahren ist die Familie Bellendorf für den Bau des Schützenvogels zuständig. „Die Machart wird in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben“, sagt Hermann Bellendorf, der das Vogelbauen von seinem Vater beigebracht bekommen hat und genauso an seinen Sohn, Jürgen Bellendorf, weitergab.

1,20 Meter ist der Vogel dieses Jahr lang, hat eine Spannweite von 1,25 Metern und ein Gewicht von 16 Kilogramm. Das Holz stammt aus der Kirchhellener Heide, aber die Sorte wollen die Vogelbauer nicht verraten. Vogelsitzbaumholz nennen die beiden es.

„Mit Liebe zum Detail“

Insgesamt 40 Stunden hat es gedauert, bis der Vogel fertig war. „Wir haben ihn mit viel Liebe zum Detail gebaut. Es macht jedes Mal Spaß und ist ja auch für Kirchhellen“, sagt Jürgen Bellendorf. Anfang des Jahres hatte der amtierende Schützenkönig Johannes Miermann den Vogel in Auftrag gegeben. „Wer ihn kaputtmacht, muss ihn auch bezahlen“, sagt Hermann Bellendorf.

Am Mittwochabend wurde er dann in die vertrauensvollen Hände der Familie Breit vom Schuhhaus Möller und der Vogelwache gegeben.

Nachdem er feierlich vom Pfarrer Klaus Klein-Schmeink auf den Namen „Helmut“ getauft wurde, nahm er seinen Platz im Schaufenster des Schuhhauses ein. Seit gut 50 Jahren stehen hier die jeweiligen Vögel für ihr kurzes Leben, bevor sie am Schützenfestmontag abgeschossen werden. „Damit der Vogel nicht verhungert, bekommt er jeden Tag einen Korn und jeden Abend einen Doppelkorn“, sagt Susanne Breit, die die Tradition von ihrem Vater mit viel Liebe weiterführt.

Mit Leib und Seele

Aus Sorge um den Vogel gründete sich die Vogelwache, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Vogel mit Leib und Seele zu beschützen. „Bisher hat zwar noch niemand versucht, den Vogel zu klauen, aber wir wollen es lieber nicht drauf ankommen lassen“, sagt Klaus Hollender.

Immer zwei bis vier Wachen sind zu der Schützenübung und bei den Paraden vor dem Schaufenster positioniert. „Der König hat Wachen, die Königin hat Wachen, deshalb braucht natürlich auch der Vogel Wachen“, sagt Lieblichkeit Gabi, die Erste.

Trauer um den Vogel

Bei so viel Engagement und Einsatz für Helmut tut der Tag, an dem er abgeschossen wird, natürlich allen in der Seele weh. „Deshalb gibt es nach sechs Wochen das Sechswochenamt. Da treffen wir uns nochmal, lassen das Fest Revue passieren und trauern um den abgeschossenen Vogel“ erzählt Hollender.

Am Schützenfest Montag wird Helmut um 9 Uhr von den Schützen abgeholt, „da ist jeder herzlich willkommen“, betont Susanne Breit. Dann wird er auf die Vogelstange montiert, um dann von den Schützen abgeschossen zu werden. „Ich denke, um die 400 Schüsse wird es brauchen, bevor Helmut fällt“, prognostiziert Schützenkönig Johannes Miermann.   

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