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Werden in Kirchhellen bald Welpen verkauft?

Winkel möchte Welpenhandel ausbauen

Das Gelände an der Ecke Münsterstraße/Pelsstraße in Kirchhellen liegt seit rund fünf Jahren brach. Nun ist Hubert Winkel der neue Eigentümer, der verschiedene Ideen zur Nutzung des Geländes im Kopf hat. Unter anderem eine Welpenstube.

Kirchhellen

, 08.05.2018
Werden in Kirchhellen bald Welpen verkauft?

Im Außenbereich zeigen die Container, dass dort bisher lediglich Schutt abtransportiert wurde. Foto Kaminski

Anfang des Jahres hat der Dorstener Hubert Winkel das heruntergekommene Gelände inklusive Gebäude erworben. Vielen wird er bekannt sein, da er seit rund zehn Jahren eine Welpenstube in Dorsten, Im Erlenkamp 15, besitzt. Im Hundehandel tätig ist er bereits seit 1995 und musste sich, beispielsweise wegen hygienischer Beanstandungen, immer wieder mit Behörden auseinandersetzen.

Nun will Hubert Winkel expandieren und möglicherweise eine Filiale in Kirchhellen an der Ecke Münsterstraße/Pelsstraße eröffnen. In den vergangenen Wochen hatten Bürger, unter anderem in den sozialen Medien, immer wieder Bedenken zu diesem Vorhaben geäußert. Doch so weit ist es noch nicht, denn Winkel hat auch noch andere Ideen. Er sagt: „Es ist richtig, dass ich das Grundstück erworben habe. Bisher haben wir dort allerdings nur Schutt und Müll abgefahren und noch keine Baumaßnahmen durchgeführt.“ Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Stadt Bottrop bestätigt, dass bereits eine Bauvoranfrage für dieses Grundstück eingereicht wurde. „Einen Bauantrag habe ich bisher jedoch nicht gestellt“, erklärt Winkel. Ein Bauantrag müsste dann – im Falle einer gewerblichen Nutzung – eine Betriebsbeschreibung enthalten.

Planungen laufen

Was genau auf dem Grundstück, auf dem bis 2013 die „Kirchhellener Landlust“ zu Hause war, entstehen wird, sei laut Winkel noch nicht in Stein gemeißelt: „Ich überlege aktuell, wie ich die Fläche am besten nutzen kann. Ich kann nicht bestreiten, dass es vielleicht ein Welpenhandel wird.“

Insbesondere aufgrund der großen Außenfläche würde es sich gut für Hunde eignen, „es gibt aber auch andere interessante Optionen“.

Diese seien laut Winkel beispielsweise eine Station für die Planwagenfahrten der Dorstener Muehlbachranch, an der er als Geschäftsführer beteiligt ist, oder ein Indoor-Kinderspielplatz. „Ich habe selbst Kinder und mir wird immer wieder bewusst, dass es in diesem Bereich Bedarf in der Umgebung gibt.“ Daher gebe es auch Überlegungen in diese Richtung.

Welpenhandel ausbauen

„Es ist aber richtig, dass ich meinen Welpenhandel in Zukunft gerne weiter ausbauen möchte“, bestätigt Winkel. Dazu passen auch die Informationen von Dr. Annette Geisthardt, Abteilungsleiterin des Veterinäramtes Bottrop. Sie sagt auf unsere Nachfrage: „Herr Winkel hat bei uns eine tierschutzrechtliche Anfrage nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes für dieses Gelände gestellt. Die Unterlagen sind allerdings noch nicht komplett eingereicht.“ In der Anfrage müssten neben der Sachkunde auch die Zuverlässigkeit sowie die Eignung der Räumlichkeiten nachgewiesen werden. „Bevor am Gelände aber keine Baumaßnahmen umgesetzt werden, macht es keinen Sinn, sich vor Ort ein Bild zu machen“, erklärt Dr. Geisthardt.

Bereits Anfang des Jahres, kurz nachdem Winkel das Grundstück erworben hatte, besuchte Dr. Geisthardt die Welpenstube in Dorsten, „weil ich wissen wollte, wie es dort abläuft.“ Bei dem Besuch ebenfalls dabei: Dr. Cornelia Heile vom Veterinäramt des Kreises Recklinghausen, das für Dorsten zuständig ist.

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Bei diesem Besuch gab es rechtlich nichts zu beanstanden, doch „das Tierschutzgesetz lässt ein paar wenige Spielräume offen“, erklärt Dr. Geisthardt. „Demnach ist noch lange nicht sicher, dass Herr Winkel auch in Kirchhellen eine Genehmigung erhält, nur weil dies in Dorsten der Fall ist.“

Aus Fehlern gelernt

Winkel selbst gibt an, aus Fehlern der Vergangenheit, die ihm Ärger mit Behörden einbrachten, gelernt zu haben.

„Vielleicht mussten ein paar Dinge passieren, dass sich in meinem Denken etwas verändert. Meine aktuelle Welpenstube ist darauf die beste Antwort. Heute haben die Hunde zum Beispiel deutlich mehr Platz und auch bei der Raum- und Bodentemperatur gibt es nichts auszusetzen. Zudem werden bald neue Gitter installiert, damit die Hunde eine bessere Sicht haben. Die Leute können sehr gern vorbeikommen, um sich ein eigenes Bild davon zu machen und sich zu überzeugen, dass ich die Tiere gut halte.“

Winkel lege zudem Wert darauf, „dass die Welpen an verantwortungsvolle Besitzer gehen und dass die Welpen absolut gesund und ausreichend geimpft“ bei ihm ankommen. Dazu zähle auch, dass die Tierärzte die Welpen genau anschauen, bevor der Export erfolgt, denn rund 80 Prozent seiner Welpen beziehe er aus Ungarn. „Das hängt damit zusammen, dass der Verband für das Deutsche Hundewesen nicht ausreichend angemeldete Welpen für die Vermittlung bereitstellt.“

Wenige Beschwerden

Im vergangenen Jahr habe Winkel rund 1200 Welpen vermittelt. „Es gab insgesamt sieben oder acht Beschwerden, doch die waren haltlos.“ Dies bestätigt Dr. Cornelia Heile: „Für die Anzahl der Hunde, die Herr Winkel vermittelt, gibt es wenige Beschwerden. Und diese waren bisher substanzlos. Wir schauen auch jedes Mal vor Ort vorbei, wenn er neue Hunde bekommt. Allerdings nach unserem Terminkalender, also unangekündigt.“

Wie es nun weitergeht und was auf dem Gelände entsteht, ist offen. „Ich finde das Gelände einfach schön und werde in nächster Zeit gemeinsam mit meinem Architekten nach einer sinnvollen Nutzung suchen. Dann wird es auch eine offizielle Ankündigung geben. Ich plane aktuell nichts heimlich und habe nichts zu verbergen.“

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