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Kirmes kommt zurück in den Ortskern, Geschäfte öffnen Sonntag nicht alle

Nordkirchener Kirmes

Kleine Umfrage ergab: Bürger befürworten die Rückkehr der Kirmes in den Ortskern. Am Sonntag gibt es einen weiteren Grund, zu kommen.

von Nele Katinka Falke, Viktoria Michelt, Arndt Brede

Nordkirchen

, 09.08.2018
Kirmes kommt zurück in den Ortskern, Geschäfte öffnen Sonntag nicht alle

Im Ortskern Nordkirchens finden von Samstag bis Montag auf der Lüdinghauser Straße (r.) die Kirmes und zusätzlich am Sonntag der Verkaufsoffene Sonntag statt. © Foto: Tobias Weckenbrock

Die Kirmes wird am verlängerten Wochenende die Atmosphäre im Nordkirchener Ortskern bestimmen. Aber nicht nur die Kirmes. Der Rat der Gemeinde Nordkirchen hatte beschlossen, dass die Verkaufsstellen in der Gemeinde Nordkirchen am 12. August aus Anlass des Kirmessonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen.

„Es werden einige Geschäfte öffnen, andere überlegen noch“, sagt Markus Pieper, Chef von Nordkirchen-Marketing. Er habe bei Händlern im Ortskern nachgefragt. „Es lohnt sich also auf jeden Fall, den Ortskern zu besuchen“, so Pieper.

Die Kirmes selbst wird am Samstag, 11. August, von 16 bis 22 Uhr, am Sonntag, 12. August, von 12 bis 22 Uhr und am Montag, 13. August, von 14 bis 22 Uhr auf der Lüdinghauser Straße geöffnet sein. Mit dabei sind vier Schausteller mit einem Kinderkarussell, zwei Süßigkeitenständen und einem Tütenangeln-Stand. Am Familien-Montag bieten sie verschiedene Rabattaktionen an.

Nachdem die Kirmes in den vergangenen Jahren am Wehrturm und auf dem Platz am Bürgerhaus ihren Standort hatte, kehrt sie nun auf Wunsch der Schausteller in den Ortskern zurück. Für den Straßenverkehr wird die Lüdinghauser Straße ab der Schloßstraße bis zur Einfahrt „Zum Flothfeld“ gesperrt.

„Letztes Jahr überhaupt nicht mitbekommen“

Was halten die Nordkirchener von der Rückkehr der Kirmes in den Ortskern? Wir haben einige befragt.

Kers Beuermann aus Nordkirchen: „Also ich finde eigentlich gut, dass die Kirmes jetzt wieder am Ludwig-Becker-Platz ist. Im letzten Jahr habe ich überhaupt nicht mitbekommen, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Ich dachte, die gibt es einfach nicht mehr. Also finde ich gut, dass man wieder merkt, dass wir doch eine Kirmes haben. Außerdem liegt es so sehr zentral, ich kann total schnell da sein. Als ich noch kleiner war, bin ich oft mit meinem Bruder und meiner Mutter hingegangen: zum Karussellfahren und um Zuckerwatte und gebrannte Mandeln zu essen. Das war schon sehr schön, eigentlich immer so ein kleines Highlight in den Sommerferien.“

Matthias Kalender aus Nordkirchen: „Im letzten Jahr konnte ich durch ein Praktikum bei der Gemeinde hinter die Kulissen der Organisation gucken. Ich finde es krass, dass eine Kirmes hier bei uns im Dorf überhaupt machbar ist, beziehungsweise geplant werden kann; dass so viele Leute mit ihren Wagen ausgerechnet zu uns nach Nordkirchen kommen, obwohl im gleichen Zeitraum so viele andere Kirmessen stattfinden. Für mich persönlich ist die Kirmes hier allerdings nichts: Die Fahrgeräte reizen mich nicht, weil sie meiner Meinung nach eher für kleinere Kinder gedacht sind. Aber wenn man mal einen schönen Abend mit Freunden verbringen, was trinken und sich in den Buden was zu essen kaufen will, dann ist das schon cool.“

Ein Ort der Tradition

Lea Schemkämper (mit Marie Behlert) aus Capelle: „Ich finde es gut, dass die Kirmes wieder zurück auf den ursprünglichen Platz kommt. Wir sind jedes Jahr zusammen auf der Kirmes, um uns einen schönen Abend zu machen – auch im letzten Jahr auf dem Platz am Bürgerhaus. Das ist mittlerweile schon eine Art Tradition geworden. Genauso ist aber auch der Ort Tradition und daran sollte man festhalten. Deswegen finden wir es gut, dass alles wieder zum Alten kommt.“

Rose Falke aus Nordkirchen: „Im letzten Jahr war ich nicht auf der Kirmes. Natürlich gehört es irgendwie zum Dorf dazu, aber so richtig voll war es irgendwie nie. Ob das tatsächlich an dem Ort liegt, oder daran, dass es bisher nicht die richtigen, beziehungsweise nicht genug Schausteller gab, weiß ich nicht. Für die Ladeninhaber am Ludwig-Becker-Platz war dieser Ort wahrscheinlich gut gewählt – besonders, weil viele Familien sich dort treffen. Ich frage mich allerdings auch, ob sich der Aufwand für die Veranstaltung lohnt, besonders wenn tatsächlich die Lüdinghauser Straße abgesperrt werden soll. Viel mehr als ein paar Essensbuden, ein paar Stände und ein Kinderfahrgeschäft gibt es schließlich nicht wirklich.“

Und auch weitere Nordkirchener haben eine klare Meinung zu der kommenden Kirmes. So zum Beispiel Pfarrer Gregor Wolters, der zwar nicht auf die Kirmes geht, aber zu den Örtlichkeiten versteht er manche Begeisterung nicht: „Ich fand die anderen Plätze genau so gut wie jetzt im Ortskern. Mir ist also vollkommen egal, wo die Kirmes stattfindet.“

Gemütlicher im Ortskern

Ein regelrechter Kirmesfan ist da Friedhelm Quante aus Südkirchen, vom 1a Autoservice Südkirchen Quante & Weber: „Ich werde sicherlich hingehen, das gehört sich einfach, die Nachbarschaft zu besuchen, bei schönem Wetter über die Kirmes zu laufen und ein Eis zu essen.“ Die Kirmes im Ortskern finde er einfach gemütlicher. „Für mich gehört eine Kirmes zur Kirche.“

Der Cappeller Architekt Lothar Steinhoff schließt sich dem an. „Ich glaube, es ist besser, dass die Kirmes im Ortskern ist, so ist da vielleicht noch mehr los.“ Am Wochenende sei er leider im Urlaub. „Sonst würde ich aber wie jedes Jahr mit meinen beiden Kindern eine Radtour zur Kirmes machen.“

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