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Klar im Trend - Wodka wird in Deutschland immer beliebter

Frankfurt/Main (dpa) Wodka ist klar - klar im Trend. Entgegen der sonstigen Entwicklung bei Spirituosen trinkt die Biertrinker-Nation Deutschland immer mehr Wodka - zu Hause, in Lokalen oder neuen Wodka-Bars.

Und das, obwohl der Drink in jüngster Zeit eher schlechte Presse hatte und auch in den Diskussionen über die fruchtigen Mixgetränke Alcopops oder aber das «Komasaufen» ein Thema war. Der milde Hochprozentige steht im Verdacht, Jugendliche zum verfrühten oder übertriebenen Alkoholkonsum zu verführen. Doch laut Werbespots hat Wodka eigentlich eine «reine Seele».

Im Fachbuch «Restaurant & Gast» heißt es über Wodka: «Dieses aus Russland stammende Getränk ist ein auf Trinkstärke herabgesetzter Alkohol.» Charakteristisch sei seine «besonders weiche Note», die ihn für Longdrinks ideal mache. Der Autor und Genuss-Experte Udo Pini bezeichnet den «Branntwein» Wodka hingegen in seinem «Gourmet- Handbuch» als «Puristengetränk». Bis etwa 1800 sei er ein Korndestillat aus Weizen oder Gerste gewesen. «Danach brannte man Kartoffeln.» Heute sei Wodka gleichberechtigt entweder aus Kartoffeln oder aus Getreide hergestellt.

Laut Bundesverband der deutschen Spirituosen-Industrie und - Importeure (BSI) in Bonn ist der Wodka-Absatz in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Der Lebensmittel-Einzelhandel (ohne Aldi) verkaufte vergangenes Jahr mehr als 44 Millionen 0,7 Liter-Flaschen, 1997 waren es erst 24 Millionen gewesen. Der Gesamtmarkt für Spirituosen schrumpfte im selben Zeitraum von 451 Millionen Flaschen auf nun 423 Millionen 0,7 Liter-Flaschen.

In Szene-Lokalen und Clubs ist der Hochprozentige (37,5 Prozent aufwärts) groß im Kommen. Vorreiter war jahrelang Berlin. In der deutschen Hauptstadt sind besonders viele Nachtschwärmer aus den klassischen Wodka-Ländern Osteuropas unterwegs. Bei der einst vom Schriftsteller Wladimir Kaminer gegründeten Russendisko-Partyreihe floss er aber auch bei anderen Gästen in Strömen. Der Drink aus dem Osten erobert den Westen. Auch Mitteleuropäer trinken ihn inzwischen aus Wassergläsern.

In Frankfurt eröffnete vor ein paar Monaten unweit der Alten Oper das Kellerlokal «Zar Vodkabar». Dort sind viele Dutzend Sorten im Angebot. Die Besitzer spielen mit dem leicht verruchten Image des Klaren. Einmal pro Woche animieren im glitzernd-schummrigen Ambiente GoGo-Girls die Gäste. In Hamburg bietet die «Icepeak Vodka Lounge» gut 140 Wodka-Sorten, dazu Fingerfood und Wasserpfeifen.

Mancher Experte hält Wodka aber nach wie vor für den Proletarier unter den Alkoholika. Der Betreiber der Frankfurter Bar «Fifty Fifty», Roland Seipel, sagt: «Es gibt tolle Wodka-Sorten, aber verglichen mit anderen Spirituosen ist er eigentlich was für Anfänger.» Wodka sei leicht und schnell zu trinken. Raffinierter und somit für fortgeschrittene Genießer, meint er, sei Whisky.

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