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Kleine Talente machten Innenstadt zur Klangmeile

Tag der Musikschulen

In eine Musikmeile verwandelten die Musikschule, diverse Schulchöre und andere Jungmusiker die Wittener Innenstadt am Samstag morgen. Damit beteiligte sich auch die Ruhrstadt am bundesweiten „Tag der Musikschulen“.

INNENSTADT

von Von Christian Lukas

, 17.06.2012
Kleine Talente machten Innenstadt zur Klangmeile

Fiona Walloscheck hatte ihren Spaß und natürlich Lampenfieber beim ersten Auftritt in der Öffentlichkeit.

Respekt vor Fiona Walloschek. Da stand die achtjährige Schülerin der Bommeraner Brenschenschule auf den Treppen des Wittener Rathauses - mit ihrer Geige. Und spielte solo, allein vor 50 bis 60 Zuhörern plus denen, die zufällig des Weges kamen. Doch trotz des Lampenfiebers: „Alle Vögel sind schon da“ kam (fast) fehlerfrei daher. Und nach ihrem Auftritt fiel der jungen Musikerin ein Stein vom Herzen. „Ich habe schon in der Schule solo gespielt, aber noch nie vor fremdem Publikum.“ Das Strahlen der jungen Virtuosin, die gerade einmal ein Jahr mit dem Bogen die Saiten streichelt, machte die grauen Wolken über dem Rathausplatz vergessen.

Der Rathausplatz gehörte vor allem den Jeki-Kindern verschiedener Wittener Grundschulen. An Jeki (Jedem Kind ein Instrument), das Programm, das Grundschüler für das Erlernen eines Musikinstrumentes begeistern soll, nehmen alle 17 Wittener Grundschulen teil. Daher war zu Beginn der Veranstaltung um 11 Uhr auch allerhand auf dem Rathausplatz los. Für die meisten Kinder war es schließlich das erste Mal, vor einem Publikum jenseits der Schule zu spielen. Dass Mütter, Väter, Omas, Opas das nicht verpassen wollten, bedarf kaum einer weiteren Erklärung.

Eine Bühne, die sich vom Rathausplatz auch über die Bahnhofstraße erstreckte, wo etwa das Blechbläserensemble „Brasselbande“ in Höhe der beiden Drogeriemärkte statt schwerer Klassikkost auch mal die Titelmelodie der Serie „Shawn das Schaf“ schmetterte. Eine weitere große Bühne bot der Berliner Platz, auf dem sich weiterführende Schulen präsentierten. Etwa das Schulorchester der Holzkamp-Gesamtschule oder Jungmusiker des Schiller-Gymnasiums erhielten die Chance, vor Wittener Publikum manch Orchestrales vorzutragen.

„Für uns ist diese Bühne vor allem in Bezug auf Jeki sehr, sehr wichtig“, erklärt Hans Christian Tacke von der Musikschule. „Nur so können wir um Unterstützung hörbar werben.“ Raus aus den Schulmauern, hinein in die Öffentlichkeit. So lobenswert die politische Idee von Jeki auch gewesen sein mag, ein Großteil der Finanzierung hängt nun an den Eltern und natürlich auch an den Fördervereinen. Und um diese Kassen zu füllen, braucht man Öffentlichkeit. Mag der finanzielle Elternanteil auch überschaubar sein: Gerade für Kinder aus einem sozial schwachem Umfeld bedarf es der Unterstützung. „Wir haben über Jeki bereits viele Talente entdeckt und viele Kinder begeistern können, die ohne Jeki nie den Weg zur Musikschule gefunden hätten“, spricht Hans Christian Tacke aus Erfahrung.