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Klimawandel beschert Meeresalgen «Sonnenbrand»

Bremerhaven (dpa) ­ Als Folge des Klimawandels leiden Meeresalgen immer häufiger unter «Sonnenbrand». Das haben Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) jetzt bei Untersuchungen im Atlantik vor Spitzbergen herausgefunden.

Durch eine Abnahme der Ozonschicht um die Erde komme es zu einer verstärkten, für die Algen schädlichen ultravioletten Strahlung (UV), sagte ein AWI-Sprecher am Freitag. Die Schäden könnten von sonnenbrandartigen Flecken an der Algenoberfläche bis zu Schäden am Erbgut reichen und sogar zum Absterben der Pflanzen führen.

Während Menschen ihre Haut mit Sonnencreme gegen eine zu starke UV-Strahlung wappnen müssen, verfügen viele Algenarten über einen biologischen Schutz gegen Sonnenbrand. Die Algen produzieren Substanzen, die ähnlich wie das für Hautbräune verantwortliche Melanin die Auswirkungen von UV-Strahlen minimieren, erläuterte der Sprecher. Manche Arten verringern auch ihre Lichtaufnahmeproteine.

Mit der Zunahme der UV-Strahlung stoßen viele Algenarten aber an ihre biologischen Grenzen, beobachteten die AWI-Wissenschaftler auf Spitzbergen. Wenn die Strahlung die Photosynthese und damit die Produktion lebenswichtiger Bausteine oder gar das Erbgut schädige, reagieren die Pflanzen mit geringeren Wachstumsraten oder einer geringeren Vermehrung.

Die genauen Mechanismen stehen im Mittelpunkt der Forschungen, die die AWI-Wissenschaftler derzeit an der deutsch-französischen Station in Ny-Ålesund auf Spitzbergen vornehmen. Dabei entdeckten die Experten, dass den Algen nicht nur der Sonnenbrand zusetzt. Die als Folge des Klimawandels steigenden Wassertemperaturen scheinen ebenfalls negative Auswirkungen auf die Pflanzen zu haben.

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