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Klinsmann: Schwäbischer Missionar für US-Soccer

Köln (dpa) Lange Zeit fristete der Fußball in Amerika ein Schattendasein. Doch in den vergangenen Jahren gewann die Sportart im Land der unbegrenzten Möglichkeiten an Akzeptanz. Das ist auch ein Verdienst von Jürgen Klinsmann.

Klinsmann: Schwäbischer Missionar für US-Soccer

Der Ex-Bundestrainer sieht seine US-Mannschaft auf einem guten Weg. Foto: Maja Hitij

Jürgen Klinsmann klang wie ein echter Patriot. «Die amerikanische Nationalhymne ist die schönste der Welt. Ich singe sie mit - genau wie die deutsche», sagte der schwäbische US-Coach vor dem Länderspiel gegen die DFB-Elf in Köln.

Nach 17 Jahren in Kalifornien fühlt er sich seiner Wahlheimat genauso verbunden wie seinem Geburtsland. Nicht zuletzt deshalb geht er seine Aufgabe als Reformer des US-Soccer mit missionarischem Eifer an: «Ich bin unglaublich stolz, Nationaltrainer dieses Landes zu sein.»

Klinsmann wähnt sein Team auf gutem Weg nach oben. Das furiose 4:3 am Freitag in Amsterdam über den WM-Dritten Niederlande schürte die Hoffnungen der Amerikaner, auch im Fußball ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu werden. Ein starker Auftritt in Köln gegen Deutschland soll diesen Eindruck bestätigen: «Wir brauchen Spiele gegen die Huntelaars und Götzes dieser Welt, die uns zeigen, was uns noch fehlt.»

Seitdem Klinsmann im Juli 2011 das Traineramt übernahm, hat sich das US-Team laut Bundestrainer Joachim Löw «unglaublich entwickelt». Siege wie gegen Holland oder wie im Februar 2012 gegen Italien (1:0) und im Juni 2013 gegen Deutschland (4:3) beweisen, dass die Amerikaner an guten Tagen mit Gegnern aus der Weltspitze mithalten können.

Vor allem die WM in Brasilien trug zur wachsenden Beliebtheit der Sportart in dem bisher nicht besonders fußballaffinen Land bei. Immerhin überstanden die USA die schwere Gruppe G mit Deutschland, Portugal und Ghana und schieden im Achtelfinale gegen die hoch gehandelten Belgier erst in der Verlängerung aus (1:2). «Natürlich stehen die großen US-Sportarten wie Football, Basketball und Baseball noch immer vor uns. Aber wir sind im Kommen», befand Klinsmann.

Wie schon in seiner Zeit als Bundestrainer in zwei Jahren vor und während der Heim-WM 2006 pflegt der Schwabe auch in Amerika seinen Ruf als Visionär. Die von ihm intensivierte Nachwuchsförderung trägt erste Früchte. So schaffte es die U20-Auswahl bei der WM in Neuseeland vor wenigen Tagen ins Achtelfinale. Der Auftritt der Junioren erfüllt Klinsmann mit Stolz: «Wir hatten noch nie eine U20, die so talentiert war.»

Der heimische Verband setzt großes Vertrauen in die Arbeit von Klinsmann. Bereits 2013 wurde sein Vertrag um beachtliche fünf Jahre verlängert. Zusammen mit dem als Technischer Berater angestellten Berti Vogts will Klinsmann das Team zur WM 2018 nach Russland führen. In John Anthony Brooks (Hertha), Timothy Chandler (Frankfurt), Fabian Johnson (Mönchengladbach), Alfredo Morales (Ingolstadt) und Bobby Wood (1860 München) stehen fünf Deutschland-Legionäre in seinem aktuellen Kader.

Doch zunächst gilt sein Augenmerk dem am 7. Juli beginnenden Gold Cup. Das US-Team geht als Titelverteidiger in die Kontinental-Meisterschaft von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik und könnte sich mit einem neuerlichen Sieg auf direktem Weg für den Confed Cup 2017 in Russland qualifizieren. «Es wäre doch toll, dort wieder auf ein solch starkes Team wie Deutschland zu treffen», sagte Klinsmann mit einem breiten Lächeln.

Interview mit Klinsmann auf der Internetseite von ussoccer

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