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Köln will Armenier-Mahnmal entfernen: Protest von Wallraff

Köln. In Köln gibt es Streit um ein nicht genehmigtes Mahnmal zum Gedenken an den Völkermord an den Armeniern. Die Stadt wollte die Stele am Dienstag abbauen, doch die Initiatoren legten im letzten Moment Einspruch beim Verwaltungsgericht ein. Nun müsse man erst die Gerichtsentscheidung in den nächsten Tagen abwarten, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Das Mahnmal war von der „Initiative Völkermord erinnern“ neben einem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. hinter dem Kölner Dom aufgestellt worden. Der Text auf der Stele erinnere auch an die Mitverantwortung des Deutschen Kaiserreichs für den im Ersten Weltkrieg verübten Völkermord, sagte der Sprecher der Initiative, Albrecht Kieser.

Günter Wallraff, einer der Unterstützer des Denkmals, forderte die Stadt zum Umdenken auf. „Es ist zu hoffen, dass sich die Stadt hier nicht versuchter Einflussnahme türkischer Regierungslobby beugt“, sagte der Kölner Enthüllungsjournalist. Er erinnerte daran, dass auch die in Straßen eingelassenen Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus anfangs auf Widerstand gestoßen seien.

Schätzungen zufolge kamen 1915/1916 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Deutschland war mit den Osmanen verbündet. Die Türkei bedauert die Taten, lehnt die Einstufung als Völkermord aber strikt ab. Der Bundestag hatte 2016 eine Resolution beschlossen, die die Massaker als Völkermord einstuft.

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