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Kölner Kampf-Coup in Stuttgart - VfB im Mittelmaß

Stuttgart (dpa) Erst klaute Christoph Daum seinem ehemaligen Club die Punkte, dann verbuchte der Trainer des 1. FC Köln auch noch die Lacher auf seiner Seite.

Kölner Kampf-Coup in Stuttgart - VfB im Mittelmaß

Der Kölner Milivoje Novakovic (r) hat gegen Stuttgart zwei Treffer erzielt.

«Er hat das mit einer Schuhbind-Aktion in Verbindung gebracht, und ich habe gesagt: In fünf Minuten binde ich hundert Paar Schuhe, da braucht er nicht so lange nachspielen zu lassen», berichtete Daum nach dem 3:1 (1:0)-Coup der Kölner beim VfB Stuttgart über seinen Disput mit Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Der Unparteiische hatte ungewohnt lange mit dem Schlusspfiff gezögert. Doch nachdem der Kölner Petit den Treffer zum Endstand markiert hatte, war auch Daum versöhnt: «Nach dem 3:1 habe ich gesagt, er kann ruhig nochmal verlängern.»

Ein ernstes Nachspiel droht indes VfB-Torhüter Jens Lehmann, dem in Fernsehbildern ein von Kinhöfer übersehener Tritt gegen den Kölner Roda Antar zur Last gelegt wurde. «Wir prüfen die Fernsehbilder. Am Montag wird sich entscheiden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird und Jens Lehmann zu einer Stellungnahme aufgefordert wird», sagte der Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Harald Stenger. Der VfB rechnet laut Sprecher Oliver Schraft nicht mit DFB-Ermittlungen, da Kinhöfer nichts im Spielbericht vermerkt habe.

Den Schlüssel zum Kölner Sieg nach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen sah Daum im Einsatzwillen seiner Spieler. «Die Basis war unsere bedingungslose Lauf- und Kampfbereitschaft», meinte der Coach und freute sich über «Zusatzpunkte, die uns helfen, das Ziel Klassenerhalt zu realisieren». Während der 55-Jährige den Erfolg bei seinem Ex-Club, den er 1992 zum Meistertitel geführt hatte, gut gelaunt genoss, war den Schwaben nach der fünften Saisonpleite kaum zum Lachen zumute.

Zu offenkundig war am Samstag, dass dem UEFA-Cup-Teilnehmer in dieser Form ein ungemütlicher Herbst bevorsteht. «Die Wunden sind noch zu groß, um heute schon ein Fazit zu ziehen», meinte VfB-Sportdirektor Horst Heldt missmutig und kündigte Konsequenzen nach der zweiten Heimniederlage an. «Irgendwas werden wir verändern müssen. Es gibt kleine und große Veränderungen, da werden wir uns Gedanken machen. Aber wir werden sicher nicht zur Tagesordnung übergehen.»

Gegen den überraschend mit dem Ex-Stuttgarter Sergiu Radu als zweiter Spitze angetretenen FC war der Tag für den VfB eigentlich schon gelaufen, als das Spiel in der mit 55 000 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz Arena noch kaum begonnen hatte. Der später mit einem Muskelfaserriss ausgewechselte Khalid Boulahrouz unterschätzte eine Flanke, Lehmann konnte Radus Kopfball noch abwehren, doch Kölns Torjäger Milivoje Novakovic (3.) war zur Stelle. «Es war tödlich für uns, dass wir so früh in Rückstand geraten sind», bekannte Stuttgarts Trainer Armin Veh.

Der Favorit antwortete zwar mit Druck und einigen guten Chancen, Präzision im Abschluss zeigte aber erst wieder Novakovic (61.), der sich für eine misslungene Kopfball-Rückgabe von VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger mit seinem siebten Saisontor bedankte. Roberto Hilbert (69.) ließ Stuttgart noch einmal hoffen, bevor er mit einem Ballverlust Petit (90.+4) zu seinem ersten Bundesliga-Tor einlud.

«Nach dem ersten Tor haben wir noch ganz ordentlich Fußball gespielt, aber unsere Chancen nicht genutzt», analysierte Veh. «Nach dem 0:2 haben wir es mit der Brechstange versucht. Die Mannschaft hat alles versucht, aber wir hatten keine Struktur mehr im Spiel.» Torjäger Mario Gomez, der in seinem 100. Bundesligaspiel blass blieb, haderte: «Wir waren besser, aber wir haben verloren.»

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