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Kokaindeal im Steakhaus: Hat ein Rechtsanwalt zwei illegale Deals vermittelt?

Bochumer Landgericht

Ein Rechtswalt aus Recklinghausen steht seit Freitag wegen Beihilfe zum Kokain-Handel vor Gericht - es geht um Steakhaus-Deals und Nummernvermittlung. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Bochum

, 08.09.2018
Kokaindeal im Steakhaus: Hat ein Rechtsanwalt zwei illegale Deals vermittelt?

Das Bild zeigt die die drei Angeklagten an der Seite ihrer Verteidiger beim Prozessauftakt. © Werner von Braunschweig

Hat ausgerechnet ein Rechtsanwalt zwei illegale Kokain-Deals vermittelt? Diese brisante Frage beschäftigt seit Freitag das Bochumer Landgericht. Die Vorwürfe stammen von einem Ex-Mandanten. Doch der Jurist und zwei Mitangeklagte (46, 54) konterten die Anklagevorwürfe zum Prozessauftakt offiziell mit Schweigen.

Dass er die Anschuldigungen gegen sich für „hanebüchen“ und „erlogen“ hält, wollte der Anwalt mit Kanzleisitz in Herten dann aber doch nicht verschweigen. „Ich will Rehabilitation und möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, sagte er am Rande des Prozesses.

Vor allem die vierstündige Razzia mit einem Drogenspürhund in seinem Recklinghäuser Wohnhaus, bei der nichts Verdächtiges gefunden worden sein soll, liegt dem Rechtsanwalt noch immer wie Blei im Magen: „Solch einen massiven Polizeieinsatz kenne ich sonst nur von Fußball-Spielen.“

Aussage eines verurteilten „Kronzeugen“

Die Anklage beruht im Wesentlichen auf der Aussage eines vor Monaten bereits wegen Drogenhandels zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten „Kronzeugen“. Der ehemalige Mandant des Rechtsanwalts hatte zwei eigene Kokain-Verkäufe geschildert, bei denen der Rechtsanwalt im Vorfeld beteiligt gewesen sein soll.

Danach soll der Anwalt im Oktober 2014 in einem Hertener Steakhaus die spätere Übergabe von 100 Gramm Kokain an den 46-jährigen Mitangeklagten vermittelt haben. Den Kaufpreis von 4000 Euro soll der Jurist laut Anklage auf dem Parkplatz vor seiner Kanzlei sogar selbst übergeben haben.

Mitte April 2015 soll der angeklagte Anwalt seinem Ex-Mandanten schließlich per SMS die Handy-Nummer des 54-jährigen Mitangeklagten als interessierten Kunden vermittelt haben. Daraufhin soll kurz danach ein Deal über 125 Gramm Kokain abgewickelt worden sein.

Anderer Mann bereits freigesprochen

Wie am Freitag bekannt wurde, soll zuletzt in Recklinghausen in einem ebenso auf den Angaben des Kronzeugen geführten Drogenprozess gegen einen anderen Mann bereits ein Freispruch ergangen sein. Im aktuellen Prozess soll der Kronzeuge frühestens am dritten Verhandlungstag (8. Oktober) aussagen.