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Kostenkurve für Notarzt steigt steil an

WITTEN/KREIS Wer vor dem 1. Juli Notarzt- und Rettungswagen in Anspruch nehmen musste, dessen Krankenkasse musste "nur" 766 Euro zahlen. Inzwischen bittet der Kreis mit 1058 Euro für dieselben Leistungen zur Kasse.

von Von Susanne Linka

, 05.10.2007
Kostenkurve für Notarzt steigt steil an

Wenn der Rettungsdienst kommt, heißt‘s künftig: „Tief in die Tasche greifen“.

Eine stolze Preisexplosion, die nach Berechnungen von Ralf Brostermann, dem Geschäftsstellenleiter der DAK, ein Plus von 42 Prozent beim Notarztwagen und ein Plus von 35 Prozent beim Rettungswagen bedeutet. "Wenn man nicht nur die Zahlen, sondern auch den Hintergrund betrachtet, sieht das aber weniger dramatisch aus", betont Michael Schäfer, Ordnungsdezernent des EN-Kreises.

Kreis hat Transport übernommen

Zum 1. Juli 2005 habe der Kreis erst die Rettungstransporte übernommen, die vorher jede der sechs kreisangehörigen Städte selbst geregelt und mit den Krankenkassen abgerechnet hatte. "Es gab enorme Unterschiede bei den Preisen, und die Krankenkassen hatten sich eine Vereinheitlichung der Sätze gewünscht", erinnert Schäfer.

Minus-Kalkulation

Aufgrund der Fallzahlen in den Städten hatte der Kreis die neue Einheitsgebühr berechnet, doch offenbar stimmten sie nicht mit denen der Folgejahre überein. "Die Kalkulation hat uns ins Minus geführt", erläutert der Dezernent. Der Kreis sei verpflichtet, es durch die Gebührenanhebung auszugleichen. Dass diese Maßnahme so drastisch ausgefallen ist, liege auch daran, dass die Gebühren nun streng der Kostenquelle zugeordnet worden seien: "Reine Krankentransporte sind jetzt preiswerter, weil diese Wagen viel weniger Ausstattung benötigen als ein Rettungsfahrzeug", erläutert Schäfer. Also gingen die Kosten für Krankentransporte folgerichtig um 24 Prozent in den Keller, die anderen drastisch nach oben. Ein Krankentransport kostet jetzt nur noch 161 statt vorher 213 Euro.

13 500 Krankentransporte  im Jahr

Immerhin machen diese Fahrten - mit 13 500 im Jahr - den größten Posten aus. Kalkulationsgrundlage in 2005 waren aber sogar 19 000 Fahrten. Von den eigentlich erwarteten 17 500 Rettungswageneinsätzen im Kreis fanden nur 16 500 statt, der Notarztwagen war nur 9900 statt 10 500 mal unterwegs. "Wir müssen das entstandene Defizit wieder aufholen", erklärt Schäfer. Dann können die Gebühren wieder neu berechnet werden. Ein heißer Sommer mit vielen Kreislaufzusammenbrüchen oder ein strenger Winter mit viel Glatteisunfällen, all das beeinflusse die Zahlen schon erheblich.

Preissprung begründet

Ralf Brostermann von der DAK wertet: "Der Preissprung mag ja begründet sein", dennoch sei er ganz schön happig: "Unsere Versicherten wundern sich immer nur, was die Kassen alles nicht mehr zahlen können. Doch solche Entwicklungen bekommen sie in der Regel gar nicht mit."