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Fußball: WM 2015

Krahn über Titel-Chancen und Heimatgefühle

DORTMUND Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft startet heute Abend (22 Uhr) mit dem Spiel gegen die Elfenbeinküste in die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada. Vor dem Abflug nach Nordamerika hat Johannes Mohren mit DFB-Spielerin und Bochumerin Annike Krahn über Titel-Chancen und Heimatgefühle gesprochen.

Krahn über Titel-Chancen und Heimatgefühle

Annike Krahn sagt: "Es gibt viele starke Gegner in diesem Turnier. Deshalb muss man mal abwarten, wie dann am Ende auch die Konstellationen sind, welche Überraschungen es vielleicht gibt - und da freue ich mich drauf."

Frau Krahn, in wenigen Minuten heben Sie und das Team ab in Richtung Kanada. Was macht Sie optimistisch, dass es erst am 6. Juli - dem Tag nach dem Finale in Vancouver - wieder zurückgeht? Wir hatten nur eine kurze Vorbereitungszeit, aber das muss nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Kann, aber muss nicht. Wir haben sehr viel Potenzial und Qualität im Team und sind gerade auch in der Breite gut aufgestellt. Das macht uns natürlich schon optimistisch.

Sie waren schon zweimal Europa- und einmal Weltmeisterin - wissen also, wie man Titel gewinnt. Was muss passen, um am Ende den Pokal in die Höhe recken zu können? Oh, da muss verdammt viel passen. Ich will nicht sagen alles, aber schon annähernd alles. Ich glaube, dass es so schwer ist wie noch nie, Weltmeister zu werden. Aber ehrlich gesagt schauen wir auf einen Schritt nach dem anderen. Wir müssen sehen, wie sich das im Turnier ergibt, und sicher muss man auch zwischendurch mal ein Stück weit Glück haben.

DFB-Kader für die Frauen-WM 2015 in Kanada

Nadine Angerer (Torwart).
Laura Benkarth (Torwart).
Almuth Schult (Torwart).
Saskia Bartusiak (Abwehr).
Jennifer Cramer (Abwehr).
Josephine Henning (Abwehr)
Tabea Kemme (Abwehr).
Annike Krahn (Abwehr).
Leonie Maier (Abwehr).
Babett Peter (Abwehr).
Bianca Schmidt (Abwehr).
Melanie Behringer (Mittelfeld).
Sara Däbritz (Mittelfeld).
Lena Goessling (Mittelfeld).
Simone Laudehr (Mittelfeld).
Melanie Leupolz (Mittelfeld).
Lena Lotzen (Mittelfeld).
Dzsenifer Marozsan (Mittelfeld).
Pauline Bremer (Sturm).
Anja Mittag (Sturm).
Lena Petermann (Sturm).
Alexandra Popp (Sturm).
Celia Sasic (Sturm).

Im Trainingslager in der Schweiz war das Team einige Tage zusammen. Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft? Gut, sehr gut eigentlich. Wie haben intensiv gearbeitet. Wir haben ja dann auch noch einmal gespielt, gegen die Schweiz (Anm. d. Red.: 3:1-Sieg). Da lief nicht alles rund, gerade in der ersten Halbzeit - aber in der zweiten haben wir gezeigt, dass wir es wesentlich besser können.

Sie sind inzwischen zehn Jahre auf internationalem Niveau dabei. Was hat sich im Frauenfußball getan? Er hat sich sehr stark weiterentwickelt - er ist sicherlich athletischer geworden. Die jungen Spielerinnen genießen schon früh eine ganz andere Ausbildung. Die Vereine machen da mittlerweile eine Arbeit auf hohem Niveau, die Trainer sind besser ausgebildet. Und viele Nationen haben aufgeholt. Wir hatten eine zeitlang einen Vorsprung, aber das ist nicht mehr so. Im Frauenfußball hat sich schon verdammt viel getan, natürlich auch ein Stück weit in der medialen Aufmerksamkeit.

Was für ein Gefühl haben Sie: Welchen Stellenwert hat die Frauen-WM in Kanada heute in Deutschland? Einen relativ hohen - das denke ich schon. Ich habe gehört, dass ARD und ZDF alle Spiele der WM übertragen, nicht nur die deutschen. Ich glaube, das ist auch fast einmalig. Daran sieht man den Stellenwert. Natürlich ist es nicht vergleichbar mit der Heim-WM 2011, das muss man auch klar sagen.

2012 sind Sie nach acht Jahren Duisburg nach Paris gewechselt. Nun - drei Jahre danach - endet ihre Zeit in der französischen Hauptstadt. Wie fällt Ihr Fazit aus? Ich hatte drei sehr schöne Jahre dort. Ich habe die Sprache gelernt, eine andere Kultur kennengelernt. Ich denke, ich habe mich sportlich wie auch persönlich noch einmal extrem weiterentwickelt. Von daher ziehe ich ein relativ positives Fazit, auch wenn die letzte Saison für mich ein bisschen schwierig war.

Ihr letztes Spiel für Paris St. Germain, das Champions-League-Finale, haben Sie gegen den 1. FFC Frankfurt verloren. Auf beiden Seiten standen deutsche Nationalspielerinnen. Wurde noch gestichelt? Nein, überhaupt nicht. Natürlich wurde darüber noch das ein oder andere Wort verloren, weil wir uns ja auch nur vier Tage danach getroffen haben. Aber da wird nicht gestichelt. Letztendlich sind wir hier Mitspielerinnen und haben ein gemeinsames Ziel. Jetzt ist die WM das Thema - und von daher ist das Champions-League-Finale fast vergessen. (schmunzelt)

Paris war Ihre erste Auslandsstation. Wie groß war der Schritt weg aus Bochum? Jeder, der mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich sehr heimatverbunden bin. Deshalb ist es mir schwer gefallen. Andererseits habe ich immer damit geliebäugelt, mal ins Ausland zu gehen, andere Erfahrungen zu sammeln.

Was macht die Region - die Heimat - für Sie aus? Ich habe natürlich meine Familie und mein komplettes Umfeld in Bochum, da ich ja vor Paris auch nie woanders gelebt habe. Ich liebe die Menschen im Ruhrpott, die Mentalität der Leute, ich bin da aufgewachsen. Seine Heimat kann man ja letztendlich nie objektiv beurteilen, es ist natürlich auch viel Gewohnheit dabei. Ich freue mich etwa - auch wenn ich mal aus Paris kam und in Bochum in die Stadt gegangen bin - eine Currywurst zu essen.

Sie haben an der Ruhr-Universität Sportwissenschaften studiert. Schwerpunkt: Sportmanagement. Ihr Plan für die berufliche Laufbahn nach der aktiven Karriere? Ja, definitiv. Ich habe das ja in Bochum studiert - und von daher ist das sicherlich ein Bereich, in dem ich dann gerne arbeiten möchte.

Ihr Tipp: Wo landet am Ende die deutsche Nationalmannschaft - und wer kann es ihr richtig schwer machen? Ich gebe da generell keinen Tipp ab. Egal, was ich jetzt sage, es kommt meistens sowieso anders. Von daher lasse ich das lieber. Es gibt viele starke Gegner in diesem Turnier. Deshalb muss man mal abwarten, wie dann am Ende auch die Konstellationen sind, welche Überraschungen es vielleicht gibt - und da freue ich mich drauf.

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