Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Krankenkasse muss Anlegen eines Stützkorsetts bezahlen

Celle. Verordnet der Arzt ein Stützkorsett, muss bei manchen Patienten eine häusliche Krankenpflege bei dem Gebrauch helfen. In einem Fall musste die Krankenkasse auch für diese Pflegeleistung die Kosten übernehmen.

Krankenkasse muss Anlegen eines Stützkorsetts bezahlen

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen verpflichtete die Krankenkasse, für eine häusliche Krankenpflege zu zahlen, die das Anlegen eines Stützkorsetts übernahm. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das Anlegen eines Stützkorsetts ist eine Leistung der häuslichen Krankenpflege, die gesondert vergütet werden muss. Weil es sich dabei nicht um eine Grundpflegeleistung der Pflegekasse handelt, muss die Krankenkasse zahlen.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über folgende Entscheidung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen (Az.: L 16 KR 62/17):

Eine 87-jährige Frau leidet an einer Verformung der Wirbelsäule und an fortschreitender Osteoporose. Dafür hatte ihr der behandelnde Arzt ein Stützkorsett verordnet, das die Krankenkasse auch bezahlte. Da die Frau das Korsett wegen Schwindel und einer Motorikschwäche nicht eigenständig an- und auszuziehen konnte, verordnete der Arzt häusliche Krankenpflege.

Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme ab, da es sich nach ihrer Ansicht um Grundpflege handele, die mit den Leistungen der Pflegekasse abgegolten sei. Denn das Anlegen des Stützkorsetts sei nicht mit dem Anziehen von Kompressionsstrümpfen vergleichbar, sondern sei wie das übliche An- und Auskleiden im Rahmen der Körperpflege zu behandeln.

Das Urteil: Die Krankenkasse muss die Kosten bezahlen, entschied das Gericht. Das An- und Ablegen des Stützkorsetts sei eine krankheitsspezifische verrichtungsbezogene Pflegemaßnahme, die die Krankenkasse im Rahmen der Behandlungssicherungspflege zu bezahlen habe. Behandlungsansatz sei die Stabilisierung der Wirbelsäule.

Deshalb habe die Krankenkasse bereits die Anschaffungskosten für das Stützkorsett übernommen. Trotz möglicher Überschneidungen mit der Grundpflege sei auch das An- und Ausziehen des Korsetts wegen der stützenden und stabilisierenden Funktion krankheitsspezifisch. Mit normaler Alltagskleidung sei das nicht zu vergleichen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Geld und Recht

Jahresrechnungen für Strom und Gas prüfen

Düsseldorf. Eine Strom- oder Gasrechnung kann viele Besonderheiten enthalten: etwa ein Bonus für einen Anbieterwechsel oder eine Preisgarantie. Deshalb lohnt es sich, bei der Kostenaufstellung genau hinzusehen.mehr...

Geld und Recht

Mieten statt Kaufen ist bei vielen Verbrauchern beliebt

Düsseldorf. Es muss nicht immer das eigene Auto oder die eigene Schallplattensammlung sein. Laut einer Umfrage werden Share-Angebote immer beliebter. Grund ist oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.mehr...

Steuerrat

Finanzamt muss Verkauf wertloser Aktien anerkennen

Berlin. Wer in Aktien investiert, der erhofft sich davon einen finanziellen Gewinn. Doch es kann auch der Fall einer Negativentwicklung eintreten. Dann entsteht die Frage, wie mit den Aktien zu verfahren ist. Und: Welche Rolle spielen die Verluste in der Steuererklärung?mehr...

Geld und Recht

Keine Witwenrente bei Hochzeit am Krankenbett

Darmstadt. Wenn der Ehemann stirbt, kommt die Witwenrente zum Einsatz. Jedoch nicht unter allen Umständen. Damit dieser spezielle Fall der Rente zur Geltung kommt, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.mehr...