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Versuchte Selbstjustiz

Krawall um entlassene Straftäter in Sachsen-Anhalt

STENDAL Bei einer neuerlichen Demonstration vor dem Wohnhaus zweier entlassener Sexualstraftäter in der Ortschaft Insel (Sachsen-Anhalt) ist es am Freitagabend zu gewaltsamen Übergriffen gekommen.

Krawall um entlassene Straftäter in Sachsen-Anhalt

Mit einem Zettel und der Aufschrift «Haltet Euer Versprechen! Verlasst Insel» demonstrieren Bewohner in Insel für den Wegzug von zwei entlassenen Sexualstraftätern. Foto: Jens Wolf/Archiv

Etwa 50 Demonstranten versuchten mehrfach, eine Polizeikette zu durchbrechen und das Wohnhaus der 54 und 64 Jahre alten Männer zu stürmen, wie die Polizei in Stendal erst am Wochenende mitteilte. Die Beamten konnten dies jedoch verhindern. Niemand wurde verletzt. Insel ist ein Ortsteil von Stendal.Freie Wahldes Wohnorts

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Magdeburger Landtag, Sebastian Striegel, verurteilte die Vorfälle als Versuch der Selbstjustiz und forderte die Landesregierung zum Handeln auf. Die Regierung müsse deutlich machen, dass sie das Recht der beiden ehemaligen Sicherungsverwahrten achte, ihren Wohnort frei zu wählen.

Seit Monaten demonstrieren in dem Altmark-Dorf immer wieder Bürger gegen die beiden ehemaligen Häftlinge, die 2009 in Baden-Württemberg auf freien Fuß gesetzt worden waren. Dabei wurden die Protestierenden auch am Freitag erneut von Neonazis unterstützt. Der 54-Jährige war zwischenzeitlich nach Chemnitz umgezogen, jedoch am vergangenen Mittwoch nach Insel zurückgekehrt. Denn auch seine Chemnitzer Adresse war schon nach kurzer Zeit bekanntgeworden mit der Folge, dass es auch vor seiner Wohnung in Sachsen zu Protesten kam.

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