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Kriminalität in Kliniken steigt auf über 10 000 Straftaten

Düsseldorf. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 10 000 Straftaten an Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen erfasst. Seit einigen Jahren sei eine Zunahme von Gewalt spürbar in den Kliniken, berichten Experten. Mitarbeiter werden beschimpft, bedroht und Möbel zerstört.

Kriminalität in Kliniken steigt auf über 10 000 Straftaten

Ein Krankenpfleger tritt durch eine Glastür mit der Aufschrift "Notaufnahme". Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Die Zahl der Straftaten an Nordrhein-Westfalens Krankenhäusern und Sanatorien ist im vergangenen Jahr auf mehr als 10 000 Fälle gestiegen. Das waren ein Prozent oder 100 Taten mehr als im Vorjahr, wie eine Auswertung des Landeskriminalamtes NRW auf dpa-Anfrage ergab.

Überdurchschnittlich stark stieg das Gewaltdelikt der Körperverletzungen an - um zwölf Prozent auf 915 registrierte Fälle. „Das ist ein gesellschaftliches Phänomen. Das spiegelt sich leider auch im Krankenhaus wieder“, sagte Lothar Kratz, Sprecher der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

„Insgesamt ist das Aggressionspotenzial gestiegen. Wo es früher zu verbalen Auseinandersetzungen kam, kommt es immer öfter zu Handgreiflichkeiten“, berichtete die Sprecherin des Bundesverbandes für Sicherheitswirtschaft. Der Anspruch sei gestiegen, zuerst dranzukommen im Krankenhaus.

Fast zwei Drittel der registrierten Straftaten in Kliniken und Sanatorien waren im vergangenen Jahr Diebstähle. Sie waren um 2,1 Prozent rückläufig.

Die zunehmende Kriminalität beschäftigt die Kliniken schon seit einigen Jahren. „In den letzten drei Jahren hat die Gewalt an Krankenhäusern massiv zugenommen“, sagte Kratz. „Mitarbeiter in den Krankenhäusern werden immer öfter beschimpft, bedroht und es werden auch Zimmer beschädigt.“

Ein ähnlicher Trend sei auch bei Arztpraxen zu erkennen, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung bestätigte. Das Universitätsklinikum Düsseldorf schult seine Mitarbeiter, um deeskalierend eingreifen zu können. Am häufigsten komme es in der Notaufnahme zu Gewalt. Es sei nachvollziehbar, dass die Wartezeiten in den Notaufnahmen Stress auslösen, sagte Kratz. Dies liege aber auch daran, dass etwa jeder dritte Patient in der Notaufnahme dort gar nicht hingehöre.

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