Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Krise der US-Hypothekenfinanzierer spitzt sich zu

New York (dpa) Die Krise der schwer angeschlagenen größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac spitzt sich dramatisch zu. Eine staatliche Rettungsaktion wird laut US-Medien immer wahrscheinlicher.

Krise der US-Hypothekenfinanzierer spitzt sich zu

Die Zentrale des US-Hypothekenfinanzierers Freddie Mac in McLean, Bundesstaat Virginia (Archivfoto).

Besonders bisher starke Investoren aus Europa und Asien haben ihr Engagement am Dienstag nochmals zurückgeschraubt. Die bereits schwer gebeutelten Aktienkurse der Institute sind weiter auf Talfahrt.

Fannie Mae und Freddie Mac haben für die internationalen Märkte enorme Bedeutung, da sie mit einem Volumen von fünf Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) hinter rund jedem zweiten US-Hauskredit stehen. Ihr derzeit größtes Problem: Für ihr Geschäft müssen sie sich an den weltweiten Finanzmärkten laufend über Schuldpapiere Geld beschaffen.

Freddie Mac musste in einer solchen Finanzierungsrunde am Dienstag wegen seiner Probleme die bislang höchsten Zinsen zahlen. Aus Asien und Europa kamen zudem Berichten zufolge nur noch 40 Prozent statt wie zuletzt gut 50 Prozent des Kapitals. Die nächste große Hürde steht spätestens mit der Refinanzierung zum Ablauf des Quartals Ende September an.

Vertreter des US-Finanzministeriums wollten sich dem «Wall Street Journal» zufolge noch am Mittwoch mit Freddie Mac zu Beratungen treffen. Die US-Regierung schnürte kürzlich für den Notfall eines weiteren Absturzes bereits ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Bisher bestreiten das Ministerium und die Institute aber, dass ein Eingreifen nötig sei. Investoren rechneten dennoch zunehmend mit einer solchen Maßnahme, berichteten mehrere US-Medien. Die Regierung hatte im Juli vom Kongress grünes Licht bekommen, im Zweifel Fannie und Freddie Kredite geben zu können oder auch Anteile zu kaufen.

Die einst vom Staat gegründeten und heute börsennotierten Geschwister-Institute erlitten durch die Immobilienkrise bislang Verluste von zusammen fast 15 Milliarden Dollar. Weitere Verluste und neuerliche Milliardenabschreibungen werden erwartet. Beide holten sich Kapitalspritzen in Milliardenhöhe. Freddie Mac wollte den Markt nochmals anzapfen, scheiterte aber bisher.

Seit dem verschärften Ausbruch der Kreditkrise vor einem Jahr verloren die Unternehmen mehr als 90 Prozent ihres Börsenwertes. Der Aktienkurs stürzte laut Händlern zuletzt auch weiter ab, weil bei einem staatlichen Eingreifen die Aktien praktisch wertlos werden könnten. Die Stimmen für eine komplette Verstaatlichung der beiden Gesellschaften waren zuletzt lauter geworden. So forderte dies vor kurzem der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Dienstleistungen im Garten steuerlich geltend machen

Berlin (dpa/tmn) Wer eine Hilfe bei der Gartenarbeit beschäftigt, kann diese bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hin.mehr...

Wirtschaft

Falsche Schufa-Einträge: Wie sich Verbraucher wehren können

Wiesbaden/Berlin (dpa/tmn) Mehr als drei Viertel aller Deutschen sind in der Kartei verzeichnet - und ein falscher Eintrag bei der Schufa in Wiesbaden kann schwere Folgen haben.mehr...

Wirtschaft

Zinsen dürfen von Erfolg bei Fußballturnier abhängig sein

Karlsruhe (dpa) - Banken dürfen für eine Geldanlage mit Zinssätzen werben, die vom Ausgang eines Fußballturniers abhängig sind. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.mehr...

"Motor für NRW"

Mittelstand investiert zunehmend Geld ins Ausland

NRW Direktinvestitionen nordrhein-westfälischer Unternehmen im Ausland werden in den nächsten 15 Jahren von etwa 350 auf bis zu 650 Milliarden Euro ansteigen. Welche Vorteile das für die Wirtschaft in NRW bringt und worauf sich die Firmen besonders konzentrieren, lesen Sie hier.mehr...

Wirtschaft

Datenklau am Geldautomaten nimmt ab

Frankfurt/Main (dpa) Mit Milliardeninvestitionen haben Banken Plastikgeld sicherer gemacht. Die jüngsten «Skimming»-Zahlen sprechen dafür, dass sich dieser Einsatz bezahlt macht. Auf den Erfolgen ausruhen sollte sich die Branche jedoch nicht.mehr...

Wirtschaft

Öko-Offensive: McDonald's probt die Grünkohl-Revolution

Oak Brook (dpa) Der größte Fast-Food-Konzern der Welt will sich neu erfinden, um aus der Krise zu kommen. Neben Burgern, Pommes und anderen Kalorienbomben serviert McDonald's in den USA jetzt auch Grünkohl und Spinat.mehr...