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Krise zwingt ThyssenKrupp zu Sparprogramm

Essen (dpa) Mit einem milliardenschweren Sparprogramm und dem Abbau von mindestens 2100 Leiharbeitern will der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp auf die Wirtschaftskrise reagieren.

Krise zwingt ThyssenKrupp zu Sparprogramm

Ein Arbeiter in der Feuerverzinkungsanlage des ThyssenKrupp-Stahlwerks in Duisburg.

Produktionsstillstände, Kurzarbeit oder Personalanpassungen könnten nicht ausgeschlossen werden, kündigte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Freitag bei der Bilanzvorlage in Essen an. Dies werde jedoch von der «Tiefe und der Dauer der weltwirtschaftlichen Krise abhängen». Das laufende Jahr 2008/2009 (30.9.) werde deutlich schwächer ausfallen, sagte er ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Der Konzernchef bezifferte den Umfang eines geplanten Kostensenkungsprogramms auf mehr als eine Milliarde Euro. Geplante Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro würden verschoben. Auch die bisherigen Prognosen für Umsatz und Ergebnis wollte der Konzernchef nicht mehr bestätigen. Die Planungen hatten vorgesehen, dass Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten von knapp 3,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2007/2008 auf «vier bis fünf Milliarden Euro» zu steigern. Der Umsatz sollte gleichzeitig von 53,4 Milliarden Euro auf «60 bis 65 Milliarden Euro» ansteigen.

Einen Personalabbau wie bei dem Konkurrenten Arcelor Mittal, der am Donnerstag die Streichung von 9000 Arbeitsplätzen angekündigt hatte, sei bei ThyssenKrupp nicht vorgesehen, sagte Schulz. Hintergrund sei unter anderem ein höherer Anteil an langfristigen Lieferverträgen in dem vom Absatzeinbruch betroffenen Stahlgeschäft.

Neben der bereits vollzogenen oder eingeleiteten Trennung von rund 2100 Leiharbeitern seien für das kommenden Jahr keine Entlassungen geplant. Das Schicksal von weiteren rund 1600 Leiharbeitern sei jedoch von der künftigen Entwicklung abhängig. Insgesamt beschäftigt ThyssenKrupp in seinen fünf Bereichen Stahl, Edelstahl, Aufzüge, Technologie und Service weltweit knapp 200 000 Mitarbeiter.

Nach einem rapiden Einbruch beim Stahl in den vergangenen Wochen rechnet ThyssenKrupp bereits im zweiten Quartal 2009 wieder mit einem Nachfrageanstieg. Über die Weihnachtsferien werde es jedoch vor allem in den deutschen und italienischen Edelstahlwerken zu Produktionsstillständen von bis zu vier Wochen kommen. Im übrigen Stahlgeschäft werde das Unternehmen versuchen, den Nachfragerückgang durch den Verzicht auf Zukäufe von Vormaterial von anderen Herstellern zu kompensieren. Die geplanten Investitionen in den Ausbau der deutschen Standorte Duisburg und Bochum seien nicht gefährdet.

Trotz eines massiven Kostenanstiegs um insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro auf rund 4,5 Milliarden Euro beim laufenden Bau eines neuen Stahlwerks in Brasilien sei die Wirtschaftlichkeit des Projekts weiter gesichert. Dies gelte auch für das zweite im Bau befindliche Stahlwerk in den USA. Das neue US-Werk soll ab 2010 mit großen Teilen seiner Produktion die derzeit in die Krise geratene US- Automobilindustrie beliefern.

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