Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Kritik an neuen Regeln für Gentests

Frankfurt/Main/Essen (dpa) Die geplanten strengeren Regeln für Gentests gehen Verbraucherschützern und Ärzten nicht weit genug. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert ein striktes Verbot für Versicherungsunternehmen, auf Gendaten von Kunden zuzugreifen.

Kritik an neuen Regeln für Gentests

Das Bundeskabinett will mit dem neuen Gesetzentwurf den Schutz vor der Nutzung menschlicher Erbgutinformationen ausweiten.

Der von der Bundesregierung am Mittwoch gebilligte Gesetzentwurf zur Gendiagnostik müsse grundsätzlich ausschließen, dass Versicherer an genetische Daten kämen, sagte Gesundheitsexperte Stefan Etgeton der «Frankfurter Rundschau».

Arbeitgeber und Versicherungsfirmen sollen künftig keine Gen- Untersuchungen von Bewerbern und Kunden verlangen können. Nach dem Entwurf dürfen Versicherer jedoch Auskunft über vorliegende Untersuchungsergebnisse von Kunden verlangen, die eine Lebens- oder Erwerbsunfähigkeitspolice im Wert von mehr als 300 000 Euro - statt wie bisher 250 000 Euro - abschließen wollen. Etgeton sagte der Zeitung, diese Grenze sei bei mehreren Verträgen eines Kunden «nicht praktikabel».

Auch die Grünen forderten ein solches Verbot. Der Nutzung von Gentests durch Versicherer werde mit dem Gesetzentwurf «Tür und Tor geöffnet», sagte die Gesundheitspolitikerin Birgitt Bender der Zeitung. Sie fürchte, dass die Summe nach und nach gesenkt wird.

Für die Ärzteschaft ist problematisch, dass die Reichweite des Gesetzes auf die genetische Diagnostik beschränkt bleibt. Zu wünschen sei eine Ausweitung auch auf die virologische Diagnostik etwa bei HIV- oder Hepatitis-Infektionen, sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe der in Essen erscheinenden «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (WAZ). Auch dort müsse ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen werden, der eine Beratung durch qualifizierte Ärzte vorschreibe.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

"Obamacare" bleibt bestehen

Trump scheitert mit Entwurf zur Krankenversicherung

Washington Mit aller Macht wollen die Republikaner endlich etwas an der ihnen so verhassten Krankenversicherung „Obamacare“ ändern. Bis in die frühen Morgenstunden ringen sie um einen Erfolg. Aber sie scheitern am Widerstand in den eigenen Reihen - ein Rückschlag auch für Trump.mehr...

Politik

LKA-Chef für Ausweitung von DNA-Analysen

Stuttgart (dpa) Eine DNA-Analyse hat geholfen, das Gewaltverbrechen an der Studentin in Freiburg aufzuklären. Der Präsident des Landeskriminalamtes im Südwesten sieht den Fall als Beispiel dafür, dass die Ermittler noch deutlich mehr Möglichkeiten bei der Aufklärung haben könnten.mehr...

Politik

Maas setzt Betreibern Frist wegen Hass-Kriminalität im Netz

Berlin (dpa) Die Zahl strafbarer Hasspostings im Internet ist um 176 Prozent gestiegen. Soziale Netzwerke sollen solche Einträge künftig konsequenter löschen - doch es gibt kaum Druckmittel.mehr...

Politik

Gut die Hälfte der Studenten fühlt sich massiv unter Stress

Berlin (dpa) Wie geht's den Studenten in Deutschland? Wie ist ihre finanzielle und soziale Lage, wie wohnen sie in meist teuren Hochschulstädten, wie steht es um Stress und Gesundheit? Akademiker in spe sind zunehmend auch für wissenschaftliche Studien interessant.mehr...

Politik

Leibarzt attestiert Trump "glänzende körperliche Verfassung"

Washington (dpa) Die Gesundheit der Präsidentschaftskandidaten ist in den USA ein großes Thema. Donald Trump veröffentlichte nun seine Cholesterinwerte und seinen Blutdruck. Medizinisch eher unsinnig - aber ein Spektakel.mehr...