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Kritische Stoffe: Kosmetika mit Mineralöl erkennen

Berlin Kosmetika wie Vaseline und Lippenpflegeprodukte sind unerwartet hoch mit kritischen Stoffen aus Mineralöl belastet. Das zeigen Untersuchungen der Stiftung Warentest. Verbraucher sollten deshalb den Blick auf die Inhaltslisten von Kosmetika nicht scheuen.

Kritische Stoffe: Kosmetika mit Mineralöl erkennen

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Produkte getestet. Manche waren unerwartet hoch mit kritischen Stoffen aus Mineralöl belastet. Foto: Stiftung Warentest

Vor dem Kauf eines Kosmetikprodukts gilt es immer erst, einen Blick auf die Inhaltsliste zu werfen. So lassen sich Stoffe vermeiden, die man nicht verträgt. Oder solche, die in der Diskussion stehen, weil sie eventuell schädlich sind.

Die Stiftung Warentest hat in einigen Kosmetikprodukten wie Lippenpflegestiften unerwartet hohe Mengen an kritischen Stoffen aus Mineralöl gefunden. Die aromatischen Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOAH) stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein: Sie könnten krebserregend wirken. 

30.000 Mal so viel wie in Lebensmitteln

Bis zu 9 Prozent MOAH enthielten dem Test zufolge Vaseline-Cremes. Das entspricht der 30.000-fachen Menge dessen, was die Tester maximal in Nahrungsmitteln gefunden haben. Besonders bei der Verwendung von Vaseline als Lippencreme rät die Stiftung deshalb dringend ab. "Vaseline sollte nicht am Mund verwendet werden. Selbst Cremes können über die Hände in den Mund gelangen", heißt es in einer Mitteilung.

Doch selbst das Produkt mit dem niedrigsten Gehalt an MOAH - das Körperöl von Dove mit einem Anteil von 0,005 Prozent - enthalte immer noch achtmal soviel MOAH wie das am stärksten belastete getestete Lebensmittel - ein Schokoladen-Adventskalender. 

Dürftige Datenlage

Zwar sei der Grad der Gefährdung nicht abschließend toxikologisch geklärt, die Datenlage noch dürftig. Doch für Dr. Konrad Grob, Analytiker am Kantonalen Labor Zürich, sind Mineralöle die wahrscheinlich stärkste Verunreinigung des menschlichen Körpers. Die Mengen an gesättigten Kohlenwasserstoffen in Leber, Milz und Lymphknoten seien oft "alarmierend hoch“, sagte Grob der Stiftung Warentest.

Ob ein Produkt Mineralöl enthält, muss auf der Liste stehen. Auf der Webseite inci.haut.de/service/inci finden sich Erklärungen für die Bezeichnungen auf der Inhaltsliste. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Naturkosmetik: Hier darf Mineralöl nämlich nicht vorkommen, so die Stiftung Warentest. Allerdings ist Naturkosmetik nicht gleich Naturkosmetik. Siegel geben hier eine Orientierungshilfe.

  • Dazu zählt etwa das BDIH-Siegel . Dieses Label stammt vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel. Es steht für kontrollierte und zertifizierte Naturkosmetik, beschreibt die Verbraucher Initiative in Berlin. Die meisten Rohstoffe, die zugelassen werden, sind pflanzliche Stoffe. Nach Möglichkeit sollen sie aus ökologischem Anbau stammen.
  • Ein anderes Siegel ist das NaTrue . Hiermit wird unter anderem zertifiziert, dass das Produkt keine synthetischen Duft- oder Farbstoffe und keine Inhaltstoffe aus der Erdölchemie enthält. Es gibt drei Stufen, heißt es auf der Seite der International Natural and Organic Cosmetics Association: Bei der Naturkosmetik müssen die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein, aber nicht aus biologischem Anbau. Bei der zweiten Stufe, Naturkosmetik mit Bioanteil, müssen mindestens 70 Prozent der natürlichen Inhaltsstoffe aus biologisch kontrollierter Landwirtschaft oder Wildsammlung stammen. Bei der Biokosmetik sind es 95 Prozent.
  • Ein weiteres Siegel ist das Ecocert-Label . Die Inhaltsstoffe müssen dabei aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen und durch umweltschonende Verfahrenstechniken hergestellt werden, heißt es auf der Webseite. Mindestens 95 Prozent aller Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein. Beim Label «Biokosmetik» müssen darüber hinaus mindestens 95 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau stammen, beim Label «Naturkosmetik» sind es mindestens 50 Prozent.

mit dpa

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