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Kronenbrotler wollen mehr vom Kuchen

WITTEN "Ein großes Stück vom Kuchen" wollen nach Darstellung der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten die rund 220 Mitarbeiter des Wittener Brotproduzenten Kronenbrot bei den Verhandlungen zum Lohn- und Gehaltstarif. Die Geschäftsleitung strebt offenbar eine Abkehr vom Industrietarif und eine Angliederung an die günstigeren Konditionen des Bäckereihandwerks an.

von Von Susanne Linka

, 01.10.2007
Kronenbrotler wollen mehr vom Kuchen

Die Gewerkschaftsmitglieder von Kronenbrot sind bis Mittwoch, 15 Uhr, zur Urabstimmung aufgerufen.

Zwei Jahre war bei Kronenbrot Ruhe. Jetzt könnten die Zeichen bei den rund 220 Mitarbeitern in der Wittener Produktionsstätte aber schon bald wieder auf Streik stehen, denn auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen dem industriellen Brotproduzenten und der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) ist gescheitert.

Löhne und Gehälter im Fokus

Es ging um die Löhne und Gehälter der insgesamt 1200 Beschäftigten. Im Hintergrund steht die Auseinandersetzung um die Zuordnung zur Backindustrie oder zum schlechter bezahlten Bäckerhandwerk. Die Gewerkschaft NGG spricht von einem "Fluchtversuch ins Bäckerhandwerk".

"Wenn das gelingt, wäre Kronenbrot ein Vorreiter", unterstreicht NGG-Verhandlungsführer Peter Mogga seine Entschlossenheit zur Gegenwehr. Die dritte Verhandlungsrunde soll am Montag, 22. Oktober, wahrscheinlich in Krefeld stattfinden. Er schildert den konkreten Konflikt: "Die Arbeitgeberseite besteht auf bis zu 500 Euro weniger für Neubeschäftigte ab dem 1. Oktober 2007 nach den Konditionen des Bäckerhandwerks, und nur dann soll es eine Lohnerhöhung von 2,77% für zwölf Monate und auch nur für die jetzige Stammbelegschaft geben."

Aus Sicht der Gewerkschaft bedeutet das ein "Hauen und Stechen bei den Mitarbeitern, die dann nebeneinander die gleiche Arbeit bei unterschiedlicher Bezahlung leisten sollen." Nach den Vorstellungen der Kronenbrot-Geschäftsleitung solle es künftig mit NGG keine Gespräche mehr über Lohn- und Gehaltstarife geben.

"Eindeutig Industrie"

Entgelterhöhungen des Bäckerhandwerks würden dann automatisch gelten. "Obwohl", so meint Mogga, "das Unternehmen eindeutig dem Industriebereich zuzuordnen ist."

Beschäftigte von Kronenbrot-Konkurrenten würden ab dem 1. Oktober schon 4,5 % mehr verdienen. Gewerkschafter Mogga betont, nun wollten auch die Mitarbeiter von Kronenbrot "ein großes Stück vom Kuchen".