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Küss die Hand, Krüger

Berlin. Zusammenprall der Kulturen für Horst Krause: Um seine Stammkneipenwirtin vor einer Katastrophe zu bewahren, riskiert der Ur-Berliner sogar eine Reise nach Österreich, wo er sich gar nicht wohl fühlt.

Küss die Hand, Krüger

Horst Krause zieht es ihn in seiner Rolle als Ur-Berliner Paul Krüger nach Österreich. Foto: Jens Kalaene

Über viele Jahre tuckerte Horst Krause als gleichnamiger Polizeihauptmeister für die ARD-Krimireihe „Polizeiruf 110“ mit seinem Motorrad plus Beiwagen durch die brandenburgische Provinz.

Nach seinem Ruhestand durfte der heute 76-jährige Schauspieler auch mal im ARD-Auftrag die Grenzen Berlins und Brandenburgs überschreiten - er drehte Filme in Griechenland und in der Türkei, und jetzt zieht es ihn in seiner Rolle als Ur-Berliner Paul Krüger ins Nachbarland Österreich. In der Komödie „Küss die Hand, Krüger“ trifft die Berliner Schnauze an diesem Samstag (20.15 Uhr) im Ersten auf Wiener Schmäh.

Aber das natürlich nicht freiwillig, denn am schönsten ist es doch zu Hause und vor allem um die Ecke herum in der Kneipe „Am Flachbau“, in der Wirtin Karin (Manon Straché) ihre Jungs auf Wunsch mit zünftigem Eisbein und jeder Menge Halben versorgt. Das Berliner Idyll gerät allerdings ins Wanken, denn auf einer neumodischen Internetplattform hat sich Karin in einen charmanten Österreicher verknallt, den adligen Hansi (Serge Falck). Für Karin gibt es keinen Weg zurück: Sie will „Am Flachbau“ verkaufen und ein neues Leben in Österreich beginnen.

Eine Katastrophe! „Ich hab' mich so schrecklich verliebt“, sagt Karin und rollt mit den Augen. Eigentlich hofft Pauls alter Kumpel Bernd (Fritz Roth) auf den Zuschlag von Karin, mit der er erst am Vorabend in der Oper war - außerdem hat Bernd extra einen Ring besorgt, weil er ihr nämlich einen Antrag machen wollte. Und nun dies. Schon reist Karin ab und lässt Bernd und Paul zurück. Kurzerhand beschließen die beiden, mit Bernds Oldtimer in die Alpenrepublik zu fahren und Karin zur Umkehr zu bewegen. Denn richtig geheuer kommt ihnen die Geschichte nicht vor. Und es geht alles zu schnell.

In Österreich angekommen, landen die Berliner erstmal am Wolfgangsee. Bernd vergisst kurz seinen Kummer und gerät bei dem idyllischen Anblick ins Schwärmen: „Hier wurden Filme gedreht, Klassiker, zum Beispiel mit Peter Alexander“, säuselt er. „Den konnte ich noch nie richtig leiden, den Schleimer“, muffelt Paul Krüger zurück. Obwohl nicht er die Wirtin Karin heiraten will, grollt Paul, dass dieser Hansi seine Künftige bestimmt mit dem Wolfgangsee geködert hat. „Die haben hier doch diese Perversen...“ - deutlicher geht's nicht.

Als das Männerduo Karin und ihren Lover abfängt, ist die Braut empört, dass Paul und Bernd ihr nachstellen, denn schon in zwei Tagen soll die Hochzeit stattfinden. Karin ist völlig verblendet. Zufällig machen Paul und Bernd die Bekanntschaft mit dem Café-Betreiber Poldi (Johannes Silberschneider). Der hat aus alten Tagen noch eine Rechnung mit dem Bräutigam Hansi offen, weil der ihm mal eine Freundin ausgespannt hat. Durch Poldi erfahren die beiden Berliner auch, was für ein Fiesling Hansi wirklich ist: ein Heiratsschwindler, der es nur auf den Erlös der Berliner Gaststätte abgesehen hat. Auf in den Kampf, sagen sich die Recken, und sie sind nicht aufzuhalten.

Der Zusammenprall der Kulturen mit Horst Krause ist kein gewöhnlicher Ritt durch fremde Regionen, da geht es recht derb zur Sache, und es wird auch schon mal mit Nachdruck in einer Salzburger Kneipe „deutsches“ Bier eingefordert, aber nicht serviert. Doch keine Sorge: Wer die Krause-Filme kennt, weiß, dass der alte Kauz sich auf seine Weise den Menschen trotz seines Misstrauens nähern und ihnen etwas abgewinnen kann - und umgekehrt auch. Also kein plumper Klamauk mit rassistischen Grundzügen, sondern ein kleines Lehrstück über das Zusammenrücken - und dann eben noch auf Krüger-Krausesche Manier.

„Bei Krüger dauert es im Film dementsprechend eine ganze Weile, bis er Poldi und die anderen „Ösis“ wirklich versteht“, sagte der Schauspieler Krause in einem Interview mit dem Ersten. „Ich selber mag aber die österreichische Gemütlichkeit.“ Und was der gewichtige Mime noch einräumen muss: „Die österreichischen Mehlspeisen haben es mir auch sehr angetan! Einem Kaiserschmarrn oder Salzburger Nockerln kann ich nicht widerstehen.“

Paul Krügers Exkursion ins Nachbarland und seine nicht ganz saubere Haltung zu den Bewohnern wird den Österreichern nicht vorenthalten. Der ORF wird den Film auch ausstrahlen, der Zeitpunkt ist noch offen.

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