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Nacht der Industriekultur

Kultur-Fans kamen bei Extraschicht auf ihre Kosten

DORTMUND/BOCHUM Das Ruhrgebiet hat seine eigene Faszination. Eindrucksvoll war das gestern nun schon zum fünfzehnten Mal in der Extraschicht in 20 Städten im Pott zu erleben. Ab 18 Uhr öffneten sich die Tore und Besucher drängten zu den Grillen, Zapfhähnen und in die Ausstellungen. So auch in der Fiege-Brauerei in Bochum und im Brauereimuseum in Dortmund

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Ehemalige Bergmänner und Hobby-Bergmänner stehen in Herten auf dem Gelände der Zeche Ewald.

Besucher schauen während der "ExtraSchicht" das Feuerwerk auf dem Gelände der Zeche Ewald an.

Es ist die Mischung aus Kultur, Show und Industriegeschichte, die so viele Menschen in der Nacht der Industriekultur durch das Ruhrgebiet ziehen lässt. "Mich interessiert alles am Ruhrgebiet", sagt ein Besucher aus Mühlheim an der Ruhr, der gerade ein paar Fotos eines Kältekompressors im Dortmunder Brauereimuseum schießt. Mit diesem Interesse ist er nicht allein. Viele Ruhrgebietler ziehen an diesem Abend durch ihre Heimat. Anna Lena aus Witten und Alexandra aus Dortmund haben sich spontan entschieden, zur Extraschicht zu gehen. "Die Mischung aus den Veranstaltungsorten, der Kultur und der Show gefällt uns", sagen sie.

Extraschicht lockt Kultur-Fans ins Ruhrgebiet

Waagenspiel: Gruppen müssen exakt 300  Kilogramm aufbringen.
Fröhliche Besucher bei der ExtraSchicht.
Grillstand beim Biermuseum
Dortmunder stoßen an.
Verkostung im Sudhaus Dortmund.
Das Sudhaus in Dortmund
Verkostung im Dortmunder Biermuseum.
Verkostung im Dortmunder Biermuseum.
Marc Chudaska serviert Bier im historischen Sudhaus in Dortmund zur Verkostung.
Dickhut und Theo Sobkowiak (links, hat früher in der Bergmannbrauerei gearbeitet) stoßen an.
Dickhut erklärt Besuchern die Funktion und beantwortet Fragen.
Kalli Dickhut füllt mit der Anlage von 1905 eine Flasche ab.
Besucher schauen während der "ExtraSchicht" das Feuerwerk auf dem Gelände der Zeche Ewald an.
Ehemalige Bergmänner und Hobby-Bergmänner stehen in Herten auf dem Gelände der Zeche Ewald.
Die «ExtraSchicht - die Nacht der Industriekultur» lud zum 15. Mal zu einer nächtlichen Rundfahrt ein.
Es beteiligen sich 20 Städte und 45 Spielorte mit rund 2000 Künstlern.
Besucher schauen sich beleuchtete Maschinenhallen an. D
Rot beleuchtet das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum.
Das beleuchtete Deutsche Bergbau-Museum.
Zahlreiche Besucher schauen sich am 20.06.2015 in Essen (Nordrhein-Westfalen) auf dem Dach der Zeche Zollverein den Förderturm an. Die «ExtraSchicht - die Nacht der Industriekultur» lädt zum 15. Mal zu einer nächtlichen Rundfahrt ein. Es beteiligen sich 20 Städte und 45 Spielorte mit 2000 Künstlern. Alte Industrierelikte vom Hochofen bis zur Zeche werden mit Feuerwerk, Musik, Tanz und Theater in Szene gesetzt.Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Dunkle Wolken sind am 20.06.2015 in Essen (Nordrhein-Westfalen) über der Silhouette der Zeche Zollverein zu sehen. Die «ExtraSchicht - die Nacht der Industriekultur» lädt zum 15. Mal zu einer nächtlichen Rundfahrt ein. Es beteiligen sich 20 Städte und 45 Spielorte mit 2000 Künstlern. Alte Industrierelikte vom Hochofen bis zur Zeche werden mit Feuerwerk, Musik, Tanz und Theater in Szene gesetzt.Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Das Ruhr Museum - hier der Aufgang - gehört zu den Einrichtungen, die das Erbe des Reviers bewahren.

Ein besonderes Stück Industriegeschichte steht im Hof des Brauereimuseums. Eine Abfüllanlage von 1905. Kalli Dickhut, der bis vor 12 Jahren in der Actien-Brauerei gearbeitet hat, führt sie vor. An einer der zwei Halterungen klinkt er die Flasche ein, drückt sie nach unten und die Flasche füllt sich – zu Demonstrationszwecken mit Wasser. "200 Flaschen pro Stunde hat man damit geschafft", erklärt er. Nach dem Krieg wurde sie dann nicht mehr eingesetzt.

"Heute werden hier 200 Badewannen pro Stunde produziert", sagt Ralph Konter, freiberuflicher Mitarbeiter des Museums. Er wartet schon auf die Besucher, die im historischen Sudhaus zur Bierverkostung kommen. Gegen 19 Uhr ist das Sudhaus dann richtig voll, und Besucher müssen warten, bis sie an die Tische zur Verkostung der Dortmunder Biere können.

Volle Züge bei der ExtraSchicht

Nicht nur in der Brauerei drängen sich die Besucher, auch der Zug von Dortmund nach Bochum lässt kaum Platz zum drehen. Ein Essener ist auf dem Weg zum Bergbaumuseum. "Zu Stoßzeiten ist es in den Zügen so voll", sagt der erfahrene Extraschicht-Besucher. Vielleicht wird er später noch spontan zur Abschlussveranstaltung nach Essen fahren. Auf dem Gelände der Fiege-Brauerei in Bochum berichten Ulrich Würfel und seine Frau aus Recklinghausen sowie zwei Bekannte aus Gelsenkirchen vom Bergbaumuseum. "Voll war es", sagen sie unisono. Und ins Planetarium sind sie gar nicht erst reingegangen – zu lang war die Schlange.

Kaum warten musste Würfel hingegen auf einen Becher warme Maische – der erste Schritt in der Bierproduktionganz und ganz alkoholfrei. "Es schmeckt wie warmes Müsli", sagt Helena Görlitz aus Datteln, die ebenfalls einen Becher probiert. Ausgeschenkt wird die Maische von Wolfgang Polutta, dessen Hobby Bier ist. Besucher bleiben lange bei ihm stehen und lassen sich die Zutaten zeigen und erklären.

Auf den beiden Bühnen des Geländes unterhalten die Musikschule Bochum und die Sängerin Katrin Höpker die Besucher. Höpker animiert die dicht gedrängte Menge zum Mitsingen und die Stimmung ist ausgelassen, während andere Besucher noch durch die Brauerei gehen und es langsam dunkel wird. Als dann der Sudturm gegen 22 Uhr mit Lichtkunst zum Leben erwacht, ist gerade mal Halbzeit. Bis 2 Uhr gibt es an vielen Orten noch Programm zwischen Kultur, Geschichte und Unterhaltung.

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