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Kultur in 30 Zelten

BOCHUM Richtfest beim Zeltfestival Ruhr. Die vier großen Zelte stehen am Kemnader See. Noch stapft man durch matschige Reifenspuren über das Gelände. Doch schon jetzt schlägt den Veranstaltern großer Respekt entgegen.

von von Ronny von Wangenheim

, 15.08.2008
Kultur in 30 Zelten

<p>Das größte Zelt, das gerade noch beim Tollwood-Festival in München stand, fasst 3000 Besucher. v.Wangenheim</p>

Björn Gralla, Heri Reipöler und Lukas Rüger denken weit über diesen Herbst hinaus, wollen das Zeltfestival über viele Jahre etablieren. Lob gab es da gestern auch von Kulturdezernent Michael Townsend, der schon selbst ein Zeltfestival initiiert und über Jahre begleitet hat und deshalb um die vielen Aufgaben weiß. Er schätzt den Mut und die Professionalität der Veranstalter und kann sich zu Recht freuen: "Meines Wissens ist das Zeltfestival Ruhr neben dem Tollwood Festival in München das einzige Festival dieser Konzeption, das keine öffentlichen Zuschüsse bekommt."

Defizit eingeplant "Wir werden diesmal ein Defizit erzielen", gibt Björn Gralla unumwunden zu. Schließlich liegt das Budget "deutlich im siebenstelligen Bereich". Doch in wenigen Jahren soll sich das Zeltfestival etablieren und sich dann auch unternehmerisch rechnen. Lukas Rüger, der als Chef des Living rooms für den gastronomischen Teil des Festivals verantwortlich ist, denkt da an eine noch größere Fläche (jetzt sind es 20 000 qm), an noch mehr Zelte, an 450 000 Besucher.

Rund 100 000 sollen es bei der Premiere sein, wenn vom 22. August bis 7. September an jedem Tag Programm in den großen Zelten geboten wird. Längst nicht alle werden Karten für die Fantastischen Vier, Roger Hodgson, Scooter oder Roger Cicero kaufen. Die meisten sollen sich einfach auf dem Gelände eine gute Zeit machen, die vielfältigen gastronomischen Angebote genießen, über den Kunsthandwerkermarkt schlendern oder zusehen, wie ihre Kinder Zirkus spielen oder auf einem Trampolin hüpfen. Wer davon allzu erschöpft ist, kann sich sogar auf eine Massageliege legen und durchkneten lassen.

250 Meter Theke

30 große und kleine Zelte werden bis Freitag auf dem Gelände stehen, das dann auch mit 6000 qm Bodenplatten trittsicher wird. Allein das Gastro-Areal ist 2000 qm groß mit insgesamt 250 laufenden Metern Theke, 4 Kühl-Lkw's, 15 Tonnen Küchenequipement, 20 000 Tellern und Bestecken, 10 000 Gläsern und 100 000 ZFR-Servietten. "Kulturelles trifft Kulinarisches" macht Lukas Rüger deutlich, dass die Gastronomie genau den gleichen Qualitätsanforderungen genügt wie das Bühnenprogramm. Und da dürfen sich sich die Besucher auf Scampis, Tapas, Caipirinha-Mousse aber auch auf Currywurst freuen.