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Kung Fu: Chinesische Kampftradition in Herbede erlernen

WITTEN Kung Fu gehört zu den traditionellen asiatischen Kampfsportarten. Allerdings muss man nicht extra in den fernen Osten reisen, um die chinesische Kriegskunst zu erlernen.

von Von Laura Collmann

, 15.08.2008
Kung Fu: Chinesische Kampftradition in Herbede erlernen

Mürberra verabschiedet sich am Ende der Trainingseinheit.

Die Schüler des Kung Fu Vereins Hung Choy im Ruhrtal gehen konzentriert ihre Übungen durch und arbeiten dabei ganz selbstständig. „Wir legen hier großen Wert auf Disziplin. Respekt und Hilfsbereitschaft stehen an oberster Stelle“, sagt Trainer Ahmed Bayraki (39) stolz.

Vor rund sieben Jahren gründete er die Schule, 2007 wurde ein eigenständiger Verein daraus. Seitdem taucht Jung und Alt in Herbede in die Tiefen der chinesischen Kampftradition ein. Timo (14) ist neu dabei und kennt sich mit Kung Fu noch nicht so richtig aus. Kein Problem, denn sein gleichaltriger Trainingspartner Cihan hilft ihm gerne weiter. Gemeinsam üben sie nun die komplizierte Schrittreihenfolge und siehe da, bei Timo klappt‘s gleich viel besser. Aus etwas holprigen Bewegungen sind fließende Übergänge geworden.

Auch die 16-Jährige Hilal mag ihr Hobby, das sie seit 6 Jahren ausführt: „Wir lernen nebenbei viel über die chinesische Kultur. Das ist toll - meine Freunde staunen immer sehr, wenn ich ihnen vom Kung Fu erzähle“. Gleichzeitig sei es ihr als Mädchen auch wichtig, sich selbst verteidigen zu können. Beinahe mühelos gelingt es ihr, ihren männlichen Trainingspartner in Schach zu halten.

Laut Ahmed Bayrak ist Kung Fu nicht nur ein gewöhnlicher Sport, vielmehr eine Kriegskunst. Der türkisch-stämmige Sifu (=Lehrer), welcher seit 1984 mit dem Kampfsport vertraut ist, orientiert sich dabei an dem großen Meister Zhou Jia Quan. Das hieße aber nicht, dass Bayrak und seine Assistenten brutale Kampfmaschinen ausbildeten: „Wer zum Schläger wird, fliegt raus.“ Genau da knüpft auch die Zusammenarbeit mit dem türkisch-islamischen Kulturverein an.

„Wir wollen die Kinder von der Straße wegholen, ihnen eine Beschäftigung geben, damit sie die Finger von Alkohol und Drogen lassen. Deswegen hat mir der Verein auch die Räumlichkeiten vermietet“, erzählt Ahmed Bayrak und schlürft dabei genüsslich an seinem türkischen Tee. Lächelnd verweist er auf den Billardtisch, an dem ein Spieler gerade schwungvoll eine Kugel versenkt. Die Räumlichkeiten der Kung Fu Schule bieten nämlich neben dem Trainingszentrum einen Jugendtreff an. Darüber ist auch Cihan glücklich, der mittlerweile wieder alleine trainiert. Ihn hat nicht nur das Kung Fu Fieber gepackt. Er hat auch viele neue Freunde gefunden.