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Kunst auf Postkarten

BÖVINGHAUSEN Die Frage ist so groß, dass sie in den Alltag oft nicht reinpasst: "Was soll man für sein Leben lernen?" Mehr als 150 Menschen jeden Alters nahmen sich Zeit, dachten nach und brachten ihre persönlichen Ziele zu Papier.

von Von Tilman Abegg

, 25.10.2007
Kunst auf Postkarten

Kunst auf Postkarten konnten die Besucher der Ausstellung im Rahmen der Kulturwoche "Land der verborgenen Schätze" in der Bövinghauser Katharinenkirche bewundern.

Genauer: Auf Postkarten, denn so lautete die Vorgabe der "Kulturwoche Lütgendortmund & Bövinghausen". Am Mittwochabend wurden sie, ausdrucksstark ergänzt durch eine Lesung mit Schauspielerin Tirzah Haase, in der Katharinenkirche präsentiert: Schöne, wahre und gute Sinn-Bilder, die vom Galeriegeländer baumeln und so unterschiedlich sind wie ihre Gestalter.

Ganz konkret: Lars (11) kaufte einen Füller zum höheren Auslands- statt zum Euro-Preis - aus Unwissenheit. Er hat draus gelernt: "Preise zu verstehen, um nicht betrogen zu werden", ist eines seiner ganz speziellen Karten-Ziele. Außerdem möchte er "auch mal als Star dastehen", am liebsten beim Fußball spielen für den FC Frohlinde.

Stacheldraht

Ganz pfiffig: Ein Muster aus kleinen Löchern führt vor Augen, wie es ist, wenn man etwas nicht versteht: "Lesen, Schreiben, Rechnen" steht da in Brailleschrift. "Das sind grundlegende Fähigkeiten. Ohne sie kann man vieles gar nicht lernen", so die Überzeugung der Teilnehmerin.

Ganz allgemein: Das Foto zeigt Stacheldraht über dunkler Erde, aus der ein einzelnes Pflänzchen sprießt. "Das kleine Gewächs ist so optimistisch", würdigte Juror Thomas Lipka, stellvertretender Leiter der Dellwigschule, die "bestechende Symbolik" der abgebildeten Geisteshaltung und verlieh ihrem Gestalter Volker Tiemann den ersten Preis der Erwachsenen (zwei Karten für den Geierabend).

Liebe, Religion, Tugenden und Fähigkeiten seien die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeiten, so Pfarrerin Elke Rudloff. Zusammen mit Lipka, Klaus Theyßen (Bezirksvertretung) und Martina Hammerschmidt-Riegert (Stadtteilbibliothek) hat sie die Arbeiten nach "Idee und Sorgfalt in der Ausführung" prämiert. Neben modernen Themen wie dem Umweltschutz werden auch althergebrachte Weisheiten genannt: "Hinter die Maske schauen und dann erst den Menschen beurteilen", empfiehlt eine Karte, "Maß halten" eine andere.

Dazu passte das Märchen vom Fischer und seiner maßlos gierigen Frau, das Tirzah Haase stimmgewaltig zu Gehör brachte. Unter dem Titel "Aus versteckter Feder" gab sie außerdem mit Texten von Mann, Mozart und dem "Tagebuch der Anne Frank" Ansätze zum Selber-Nachdenken - auf unterhaltsame Weise. Tilman Abegg

  •  Die Ausstellung in der Katharinenkirche, Provinzialstraße 410, bleibt geöffnet bis Dienstag (30.10.) täglich 17-19 Uhr.
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