Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Kurden-Aktionen angekündigt: Erhöhte Polizei-Bereitschaft

Düsseldorf. Die Sicherheitsbehörden rechnen mit radikalen Aktionen PKK-naher Kurdengruppen. In Nordrhein-Westfalen wurden alle Polizeieinheiten in erhöhte Bereitschaft versetzt. Dort kam es bereits zu unangemeldeten Demonstrationen und Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen.

Kurden-Aktionen angekündigt: Erhöhte Polizei-Bereitschaft

Polizisten halten ihre Schutzhelme unter dem Arm. Foto: Marius Becker/Archiv

Sämtliche Polizeieinheiten sind in Nordrhein-Westfalen in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. „Die PKK-Jugend hat im Internet zu radikalen Aktionen gegen türkische Einrichtungen und staatliche Institutionen in ganz Europa aufgerufen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag. „Daher müssen wir damit rechnen, dass sich die seit dem Wochenende zu beobachtende Eskalation in der kurdischen Community weiter fortsetzt.“

Die NRW-Sicherheitsbehörden beobachteten die Lage sehr genau. „Wir werden es nicht dulden, dass inner-türkische Konflikte hier auf deutschem Boden ausgetragen werden“, so Reul. Bei einer Demonstration von Kurden am Düsseldorfer Flughafen waren am Sonntag mindestens 16 Menschen leicht verletzt worden. Außerdem kam es zu Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen in NRW.

In einem Fall bekannte sich eine kurdische Gruppe dazu. Der Anschlag im sauerländischen Meschede habe den rechtsextremen türkischen „Grauen Wölfen“ gegolten, hieß es auf einer kurdischen Website. Im Internet tauchte eine Filmsequenz des Anschlags auf, die ein Sprecher der Arnsberger Staatsanwaltschaft als vermutlich authentisch einstufte. Als Verdächtige waren zunächst drei Syrer festgenommen worden, die ihre Tatbeteiligung aber bestritten. Sie wurden am Montag auf freien Fuß gesetzt. „Gegen sie besteht kein dringender Tatverdacht mehr“, sagte der Sprecher.

In Ahlen im Münsterland schleuderten Unbekannte am frühen Montagmorgen mehrere Brandsätze gegen ein türkisches Kulturzentrum. Auch dort schließt die Polizei einen politischen Hintergrund nicht aus.

NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) verurteilte die Angriffe auf türkische Einrichtungen als „abscheulich“. „Bei uns müssen sich alle Religionen und Ethnien sicher fühlen können“, sagte Güler und sprach der türkischen Gemeinschaft ihre Solidarität aus. Daneben gab es weitere Angriffe auf türkische Einrichtungen in Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

Bei der Kurden-Demonstration am Düsseldorf Airport seien elf unbeteiligte Reisende und fünf Polizisten leicht verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin in Düsseldorf am Montag auf Anfrage. Die Verletzungen seien durch den Pfefferspray-Einsatz der Polizei verursacht worden. Über verletzte kurdische Demonstranten wurde nichts bekannt, obwohl ihnen der Einsatz galt.

Rund 400 Demonstranten hatten sich unangemeldet am Flughafen versammelt, um gegen das Vorrücken der türkischen Armee auf die nordsyrische Stadt Afrin zu protestieren. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Versammlungs- und das Vereinsgesetz.

Auch am Düsseldorfer Hauptbahnhof hatte eine Gruppe von etwa 200 Kurden unangemeldet demonstriert. Dadurch war der Straßenbahnverkehr auf dem Vorplatz gestört. Ermittelt werde deswegen wegen Landfriedensbruchs und Nötigung. Es seien von etwa 500 Demonstranten die Personalien festgestellt worden. Die Polizei sprach von einem „aggressiven Verhalten gegenüber den Polizeibeamten“. Auch in Dortmund gab es eine kurdische Demonstration mit rund 300 Teilnehmern.

In mehreren europäischen Städten hatten am Wochenende zahlreiche Menschen gegen die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien protestiert.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Erneut Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

Düsseldorf. Am Dienstagabend ist vom Düsseldorfer Flughafen aus ein weiterer Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet. Das bestätigten Sprecher der Bundespolizei und der Diakonie. Es ist die zwölfte Sammelabschiebung von Deutschland nach Afghanistan. Wie viele Asylbewerber in der Maschine saßen, teilten die Sprecher nicht mit. Bislang wurden 198 Menschen zurückgebracht.mehr...

NRW

Zwei Männer niedergeschossen: Verbindung ins Rockermilieu?

Köln. Zwei Männer sind am Dienstagnachmittag in Köln auf offener Straße niedergeschossen und schwer verletzt worden. Die Männer kamen in Krankenhäuser. Die näheren Hintergründe waren zunächst unklar. Möglicherweise habe es sich um Streitigkeiten im Rockermilieu gehandelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein oder mehrere Unbekannte hätten das Feuer auf die Männer eröffnet und seien mit einem Fahrzeug geflohen.mehr...

NRW

Bierkartell: Verfahren am OLG Düsseldorf beginnt am 13. Juni

Düsseldorf. Das Oberlandesgericht Düsseldorf beschäftigt sich ab dem 13. Juni mit dem sogenannten Bierkartell zu verbotenen Preisabsprachen mit Millionenschaden für die Verbraucher. Das Gericht habe bislang 20 Verhandlungstage angesetzt, sagte am Dienstag ein OLG-Sprecher der dpa.mehr...

NRW

Skurriles Gespann: Schrottauto nur mit drei Gurten gesichert

Bochum. Mit einem äußerst skurrilen Treckergespann hat ein 58-Jähriger einen Haufen Schrott und einen Kleinbus ohne Räder transportiert. Unter dem Schrott waren ein Kühlschrank, ein Toaster und Metallstäbe vergraben, teilte die Polizei am Dienstag in Bochum-Wattenscheid über den Vorfall von Montagabend mit. Das Auto lag oben drauf. Gesichert wurde die Fracht nur mit drei abgewetzten Gurten an dünnen Metallschienen am Boden des Anhängers. Auf Nachfrage der Beamten habe der Fahrer nur mit den Schultern gezuckt. Die Polizisten begleiteten das Gespann sicherheitshalber zu einem Rohstoffhandel, wo der Schrott entsorgt wurde. Auch wenn das erlaubte Gesamtgewicht eingehalten wurde, muss der Fahrer mit einer Anzeige rechnen.mehr...

NRW

Polizei stürmt Drogenlabor: Fünf Festnahmen

Kleve. Eine Spezialeinheit der Polizei hat am Dienstag ein Drogenlabor am Niederrhein gestürmt und fünf Personen festgenommen. In den Gebäuden des Gehöfts in Wachtendonk fanden die Beamten große Mengen Chemikalien und Zubehör für die Herstellung von Drogen, darunter mehrere Hundert Liter Amphetaminöl. Vor dem Zugriff hatte die Polizei das Gehöft weiträumig abgesperrt. Bei der Durchsuchung und der Festnahme der fünf Deutschen zwischen 21 und 53 Jahren setzte die Polizei Spezialeinsatzkräfte und einen Hubschrauber ein. Das Labor war offensichtlich in Familienhand: Zu den Tatverdächtigen gehören ein 27-Jähriger, sein Bruder und seine Mutter. Die Lebensgefährtin des jungen Mannes wurde nach der Befragung entlassen.mehr...

NRW

Drogenbande soll ausgeklügelten Handel entwickelt haben

Köln. Sechs Männer sollen in Köln ein ausgeklügeltes System zum Handel mit Drogen aufgebaut haben. Seit Dienstag müssen sie sich als Angeklagte vor dem Landgericht Köln verantworten. Die Männer im Alter zwischen 21 und 39 Jahren sollen von September 2016 bis Juni 2017 Dutzende Kilogramm Kokain sowie Hunderte Kilogramm Marihuana aus Cafés im Kölner Stadtteil Nippes heraus verkauft haben. Der Chef der Bande soll zur Tatzeit 21 Jahre alt gewesen sein.mehr...