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Das Ende der Grube

Kuriose Straßensperre in Olfen muss weg

OLFEN Einfallsreich waren die Straßensperren, mit denen die Gemeinde Olfen nach der Eröffnung ihres Naturbades den Durchgangsverkehr an der anliegenden Straße eindämmen wollte. Nur noch Bussen und Treckern sollte freie Fahrt gewährt werden. Den Vorschriften entsprachen die Sperrmaßnahmen aber nicht. Jetzt müssen sie weg. Ein Drama in drei Akten.

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Nur noch Traktoren und Schulbusse dürfen über die Absperrung fahren: Beigeordneter Wilhelm Sendermann (2.v.l.), Bürgermeister Josef Himmelmann (2.v.r.) und die Geschwister Frederike (l.) und Justus (r.) freuen sich über die Verkehrsberuhigung des Alleewegs.

Andreas Nünneke, Wilhlem Sendermann und Josef Himmlemamn sind sich sicher: Über dies Grube kann kein PKW mehr ohne erhebliche Schäden fahren.

Ein Schild weist auf die Grube hin.

Der Hintergrund:

Nach der Eröffnung des Naturbades in Olfen im Mai 2010, sollte der Alleeweg nicht mehr als Durchgangsstraße zwischen der Eversumer- und der Kökelsumer Straße dienen - im Interesse der Anwohner, die einen ruhigeren Verkehr forderten. Gleichzeitig sollte die Straße aber für Busse und den landwirtschaftlichen Verkehr offen bleiben. Gar nicht so einfach. Was sich die Gemeinde hat einfallen lassen und wie es jetzt weiter geht - ein Drama in drei Akten:

 

1. Akt: Mai 2010 - Kunststoff-Poller

Zehn Kunststoff-Poller sollten aus dem Weg eine verkehrsberuhigte Zone machen. Große Trekker passten noch über die 28 Zentimeter hohen Warn-Aufsteller, mit Absicht: Schulbusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge sollten den Alleeweg weiter durchgehend befahren können. Bei normalen PKW würden die biegsamen Plastik-Aufsteller über den Unterboden schrammen. So die Theorie.

Dem Beigeordneten Wilhelm Senderman schwante allerdings schon, dass es sich nicht um die endgültige Lösung handeln könnte: "Wir wollen es erstmal probieren, ob es so geht, bevor der Beton kommt."

 

2. Akt: April 2012 - die Grube

Offiziell war der Alleeweg schon seit zwei Jahren keine Durchfahrtsstraße mehr. Aber: Die Kunststoff-Poller hinderten kaum ein Auto an der Durchfahrt. Also ließ sich die Stadt etwas anderes einfallen. Eine Grube. 40 Zentimeter tief, mitten auf der Straße. Die Durchfahrt für Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge war weiterhin möglich, weil deren Achsen breiter waren: Fahrzeuge mit einem Radabstand von 1,50 Metern hatten keine Probleme. Für Autos, die eher eine Spurbreite von unter 1,20 Meter haben, war ein Überfahren der Grube daher nicht möglich.

„Wir haben geschaut und getestet, wie eine Durchfahrt für Autos unmöglich gemacht werden kann“, sagte Beigeordneter Wilhelm Sendermann. Kurz nach Einrichtung der Sperre habe ein Autofahrer es trotzdem versucht. Sein PKW soll erheblich beschädigt worden sein, berichteten Beteiligten der Stadt.

"Optimale Lösung gefunden"

Bürgermeister Josef Himmelmann erklärte, dass man auch die Verpflichtung wahrgenommen habe, auf diese Sperre und das Durchfahrtsverbot für PKW hinzuweisen. An beiden Seiten wurden große Warnschilder aufgestellt. Nachts wird die Sperre beleuchtet. Bauamtsmitarbeiter Andreas Nünneke damals: „Die Sperre ist bei Dunkelheit sehr gut zu erkennen.“ Für Radfahrer wurde neben der Sperre ein Radweg angelegt. Diesen sollten sie auch benutzen."Wir denken, wir haben jetzt eine optimale Lösung gefunden“, sagte Bürgermeister Josef Himmelmann damals.

 

3. Akt: Juni 2015 - Das Ende der Grube

Die ungewöhnliche Sperre für den Durchgangsverkehr auf dem Alleeweg muss entfernt werden - oder besser: verfüllt. „Die Bezirksregierung hat Sicherheitsbedenken, hat so den Kreis angewiesen, bei der Stadt den Abbau einzufordern,“ so Wilhelm Sendermann.

Man ist der Ansicht, "diese Vertiefung entspreche nicht den straßenrechtlichen Vorgaben“, sagt Christian Klein von der Pressestelle der Bezirksregierung Münster. Außerdem sei die Sperre für den Straßenverkehr nicht sicher.

Das Durchfahrtsverbot aber bleibt bestehen. Die neue Lösung: „Wir werden nun wohl Poller aufstellen und für die Busse eine neue Linienführung finden müssen", sagt Sendermann. Denkbar sei, dass Landwirte, die den Weg mit ihren Trekkern nutzen dürfen, Schlüssel für die Poller erhalten. 

Die Grube soll in den Sommerferien verfüllt werden. 

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