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Kurt Rehm zeigt Papierschnitte aus zehn Jahren

Kunstmuseum Bochum

Zurückhaltend steht er vor seinen Werken im obersten Stockwerk des Bochumer Kunstmuseums. Bescheiden wirkt der Künstler Kurt Rehm noch dazu. Beim Anblick seiner Papierschnitte der letzten zehn Jahre, die das Haus ab Sonntag ausstellt, wirkt er wie versunken in seine eigene Welt.

BOCHUM

, 27.11.2014

„Ich gebe es ja zu: Ich war nie sehr kommunikativ“, sagt der Künstler, der gestern bereits vor der offiziellen Eröffnung seine gerahmten Werke der Ausstellung „Kurt Rehm. Neue Arbeiten“ an den Wänden inspizierte. Daher habe er auch bewusst auf eine Beschriftung verzichtet: „Die Arbeiten sind nicht titelgebunden, sondern nüchtern nummeriert. Das lässt dem Betrachter auch Spielraum, denn die Assoziationen sind oft unterschiedlicher Art.“

Generell scheint der 1929 in Duisburg geborene Künstler ein Mann weniger Worte zu sein, der zurückgezogen in Mülheim an der Ruhr lebt und arbeitet. Museumsdirektor Hans Günter Golinski beschreibt sein Dasein als „mönchische Einsiedelei, wo nie etwas Überflüssiges zugelassen wurde“. Auch seine Arbeit ist geprägt von dieser Schlichtheit: In einer nahezu japanischen Sitzhaltung hockt Kurt Rehm am Boden, während er Formen für seine Papierschnitte entwickelt – die mit immer neuen Variationen, zugleich aber auch Reduktion und Klarheit überzeugen. Die Auswahl von Farbe und Form entsteht dabei zufällig – und „kommt von alleine“, wie er sagt. „Es gibt keinen Vorsatz. Ich bemühe mich nur, immer andere Farben zu nehmen, die natürlich zueinander passen sollten.“ Als Inspiration für die Formen dient außerdem ein kleiner „Baukasten“: In diesem werden Muster aufbewahrt, die Rehm bisher noch nicht verwendet hat. Gemein ist dabei allen Formen, dass sie Spitzen und Rundungen aufweisen und nie mit Ecken oder Kanten begrenzt sind. Besonderes Fingerspitzengefühl ist schließlich beim Ausschneiden gefragt, wie Kurt Rehm erklärt: „Dafür benutze ich eine Nagelschwere, die vorne gerade ist.“ Neu ist für Rehm, der einst Schüler von Willi Baumeister war, die Arbeit mit der Schere allerdings nicht. Eine intensive Beschäftigung ergab sich jedoch erst mit den Papierschnitten der letzten zehn Jahre, die das Museum zeigt. Zuvor beschäftigte sich der Künstler, der in sechs Jahrzehnten ein faszinierendes Gesamtwerk schuf, mit Tuschezeichnungen und Bleistiftminiaturen. Eine Besonderheit: Auch sein bisher einziges Aquarellbild zeigt die Ausstellung.

Kunstmuseum Bochum: „Kurt Rehm. Neue Arbeiten“, 30.11.2014 (Eröffnung 11.30 Uhr) - 18.1.2015, Kortumstraße 147, Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, Katalog 15 Euro.

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