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Kurz vor WM-Nominierung: Reus und Götze kommen in Fahrt

Bremen. Im Bundesliga-Endspurt laufen Reus & Götze wieder zur Hochform auf. Knapp zwei Wochen vor der Nominierung von Bundestrainer Löw dürfen beide auf die Teilnahme in Russland hoffen. Das Offensivtandem will erstmals gemeinsam zur WM.

Kurz vor WM-Nominierung: Reus und Götze kommen in Fahrt

Werders Max Kruse (l) kämpft gegen Dortmunds Julian Weigl um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen

In der Triumph-Nacht von Rio schleppte der deutsche  WM-Held Mario Götze im legendären Maracanã einen Gruß an seinen verletzten Kumpel über das Feld. „21 Reus“, stand auf dem Trikot, das er in jede Kamera hielt, das bei der WM aber nie für einen Einsatz gebraucht wurde. Vier Jahre später haben die Freunde ein Ziel: gemeinsam nach Russland zu fahren und diesen Moment im Luschniki-Stadion von Moskau nachzuholen. 

Mit seinen aktuellen Leistungen beim BVB kommt das Offensivtandem Marco Reus und Mario Götze nach vielen schwierigen Monaten einer gemeinsamen WM-Reise wieder näher. „Ich will es hoffen“, antwortete Reus nach dem 1:1 bei Werder Bremen auf die Frage, ob er gemeinsam mit Götze zur WM reisen werde. Beim BVB zeigt sich das in den vergangenen Jahren kräftig geplagte Duo wieder formverbessert.

Noch rechtzeitig? Im März hatte Bundestrainer Joachim Löw beide nicht für die Tests gegen Spanien (1:1) und Brasilien (0:1) nominiert. Der verletzungsanfällige Reus sollte lieber Aufbautraining machen, und Götze bekam eine klare Ansage von Löw: „Wir kennen alle Marios Qualitäten. Zuletzt war er aber nicht so ganz in Form.“

Das hat sich geändert. Gegen Bremen war Götze bissig, im Mittelfeld präsent und bediente die Kollegen mit starken Zuspielen. „Wir können alle von Mario profitieren. Jeder weiß, dass er ein ausgezeichneter Fußballer ist. Der Junge braucht Vertrauen und ganz viele Spiele“, sagte Reus bei Sky. Er selbst erzielte in Bremen das wichtige Führungstor - und erinnert mit seiner Dynamik und Abschlussstärke wieder an jenen Marco Reus, der 2014 bis zu seiner Verletzung kurz vor dem Abflug des Teams nach Brasilien ein Hoffnungsträger war.

Die Möglichkeiten im Kader-Puzzle von Joachim Löw sind riesig, vor allem in der Offensive. Am 15. Mai wird der Bundestrainer eine erste Vorauswahl bekanntgeben. Nach den jüngsten Ausfällen von Lars Stindl und Serge Gnabry sowie ihren eigenen derzeitigen Auftritten dürfen der 28 Jahre alte Reus und der 25-jährige Götze darauf hoffen, es erstmal in den vorläufigen Kader zu schaffen. Dann könnten sie Löw im Trainingslager in Südtirol weiter überzeugen.

„Er hat sich die letzten Wochen verbessert gezeigt. Er hat eine richtig gute Phase“, lobte auch Trainer Peter Stöger, der Götze gegen den FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) und zum Saisonfinale bei 1899 Hoffenheim (12. Mai) weiter in der Startelf bringen will. Im 4-1-4-1-System spielen die beiden Freunde nebeneinander im zentralen Mittelfeld. Beim 4:0 gegen Leverkusen klappte das, und auch beim 1:1 in Bremen gab es viele Chancen. 

Marco Reus ist wohl der größte Pechvogel der vergangenen Jahre im deutschen Fußball. Allein in den letzten sechseinhalb Jahren fiel Reus 14 Mal für mindestens zehn Tage aus. Faser- und Bänderrisse, Adduktorenprobleme, eine Entzündung des Schambeins und ein Kreuzbandriss bremsten ihn immer wieder aus. Vor der WM 2014 in Brasilien verletzte er sich im letzten Testspiel der DFB-Elf gegen Armenien schwer. Zwei Jahre später verpasste er die EM, weil er sich im letzten Pflichtspiel mit der Borussia erneut eine Blessur zuzog.

Angesichts dieser Vorgeschichte gehört Reus bis zur WM eigentlich in Watte gepackt, damit sein Traum vom ersten großen Turnier endlich in Erfüllung geht. Aber: Schon in der Vorbereitung auf die Rückrunde nach monatelanger Pause wegen eines Kreuzbandrisses hatte Reus gesagt: „Ich kann mich nicht schonen, schließlich muss ich mich anbieten.“

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